KANADA – LEBENDIGE METROPOLEN VS UNGLAUBLICHE LANDSCHAFTEN

Von Lonely Planet auf Platz eins der Top Länder gewählt ist Kanada aus gutem Grund ein großartiges Reiseziel für 2017. Dynamische und moderne Städte, die einladende kanadische Mentalität und sowohl endlose als auch unglaubliche Landschaften erwarten Dich hier. Großes Plus: aufgrund des derzeit schwachen kanadischen Dollars kannst Du einiges an Geld einsparen. Also lass uns einen genaueren Blick auf den großen, weiten Norden werfen.

Die beste Reisezeit

Um den perfekten Zeitpunkt für die Reise über den großen Teich zu finden, solltest Du dir darüber im Klaren sein, welches Klima Du anstrebst. Von Juni bis Oktober herrschen angenehme Temperaturen in ganz Kanada. Im Westen steigt das Thermometer im Sommer durchschnittlich auf 15°C bis 22°C, im Osten des Landes sind die Temperaturen etwas höher. Außerdem ist es länger hell, was Dir mehr Zeit an der frischen Luft und in der Natur verschafft. Im Winter hingegen kann es eiskalt werden. Und wenn Du rauf in Richtung Norden willst, oder auch ins Landesinnere von British Columbia, dann kommst Du kaum ohne Schneeketten aus. Der Schnee liegt oft meterhoch und es darf mit über -30°C gerechnet werden. Auch die Hartgesottene sollten da an die lange Unterwäsche denken.

Am besten ist der Indian Summer für eine Reise nach Kanada geeignet. Die Hochsaison im Juli/August ist bereits vorbei und der September/Oktober bringt die bunte Vielfalt der Herbstkulisse zum Vorschein.

Wohin?

Banff National Park, Alberta

Kanada hat mit 46 Nationalparks und Reservaten einiges zu bieten und der älteste von ihnen, der definitiv auf Deiner Liste ganz oben stehen sollte, ist der Banff Nationalpark in Alberta. Die beste Zeit um den Banff Nationalpark in seinen vollen Zügen zu genießen ist zwischen April und Oktober. Besonders zu empfehlen sind der Moraine Lake, der schönste See des Parks. Vom Peyto Lake hat sicherlich der ein oder andere auch schon ein paar Fotos gesehen, denn er ist ein beliebtes Motiv mit seinem unnatürlich blauem Wasser und der Form eines Wolfskopfes. Doch sei gewarnt, am Peyto Lake hat man ein besonders hohes Touristenaufkommen. Um etwas von den Massen wegzukommen solltest Du den Parker Ridge Trail wandern, mit einer wunderschönen Aussicht auf den Saskatchewan Gletscher. Aber vergiss auf keinen Fall Deine Wanderschuhe und denke an genügend Proviant.


Pacific Rim National Park, British Columbia

Aufgrund des feuchten Klimas in der Gegend ist ein dunkler Regenwald entstanden, mit bis zu 95 Meter hohen Sitka Fichten darin. Zwischen März und Oktober ist die beste Zeit, um Grauwale zu sichten. Außerdem kann der Pacific Rim die härteste Wanderroute Kanadas vorweisen. Den West Coast Trail. Die 77 Kilometer lange Strecke ist nur für erfahrene Wanderer geeignet und wird von 1. Mai bis 30. September pro Tag für 52 Wanderer geöffnet.


St. Lawrence Island National Park, Ontario

An der Grenze zu den USA findest Du St. Lawrence. Er ist der kleinste Nationalpark Kanadas und besteht aus 21 kleinen Inseln. Die beste Aussicht auf den Park hat man natürlich vom Wasser aus. Vor Ort kann man Boote oder Wassertaxis mieten, die einen zwischen den Inseln hindurch führen. Manche Inseln sind unbewohnt, einige, sogar die ganz kleinen, können Hütten vorweisen. Beste Unterkunft vor Ort: einer der rund 55 Campingplätze des Parks.


Jasper National Park, Alberta

Nach dem ältesten Nationalpark, dem kleinsten und dem, mit der härtesten Wanderroute fehlt uns eigentlich nur noch einer, nämlich der Größte. Mit seinen 11.000 m² geht diese Trophäe an den Jasper Nationalpark in Alberta, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Dort kriegst Du über Gletscher, beeindruckende Wasserfälle, dichte Tannenwälder bis hin zu hohen und scharfkantige Berggipfel alles geboten. Für die Schwindelfreien eignet sich der Glacier Skywalk.

Die 4.700 Seelen Gemeinde Jasper bietet einen guten Ausgangspunkt für alle Ausflüge in den Nationalpark und die malerische Umgebung lädt zum Entspannen nach einer langen Wanderung ein. Hier kannst Du besonders gut den Indian Summer im September/Oktober genießen. Wenn Du es im Winter probieren willst, eignet sich der Januar am besten. Zwar ist dies der kälteste Monat, aber auch der trockenste.


Ottawa, Ontario

Vom Dorf geht es in die kanadische Hauptstadt. In Ottawa findest Du ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe. Den Rideau-Canal, ein 202 Kilometer langer Fluss, der mitten durch die Stadt fliest. Im Winter friert der Fluss zu und die gesamte Stadt ist mit den Schlittschuhen darauf unterwegs. Ottawa ist für seine kurzen Fußwege bekannt und ich persönlich finde, dass man eine Stadt zu Fuß immer noch am besten erkunden kann. 

Im Viertel ByWard findet ihr den gleichnamigen ByWard Market. Den ältesten und größten Bauernmarkt Kanadas und wenn Du schon mal vor Ort bist, dann dürft ihr natürlich nicht das Nationalgericht der Hauptstadt verpassen. Beaver Tail Pastries. Keine Angst, es handelt sich dabei um süßes Gebäck und keinen echten Biberschwanz. Seinen Namen hat das Gebäck von seiner Form, die einem Biberschwanz ähnelt und es wurde auf dem ByWard Market erfunden.


Vancouver, British Columbia

Eingebettet zwischen Meer und Bergen geht es hier trotz Großstadtleben eher gelassen zu. Im Commercial Drive treffen Hipster und Hippie-Lebensstil aufeinander. Das von italienischen und portugiesischen Einwanderern geprägte Viertel hat so einiges für Augen und Magen zu bieten. Eine Mischung aus Vintage Stores und Vegan und wenn Du auf kubanisches Essen und gemütliche Atmosphäre stehst, dann solltet Du das Havana (1212 Commercial Drive) definitiv besuchen.

Zum Shoppen geht es in die Main Street, ebenfalls im East End. Am besten startest Du von der Ecke Main Street/East Broadway Richtung Süden. Wenn Du schon immer mal in einem typischen 50er Jahre Diner frühstücken wolltest, dann solltest Du dich ans Slickity Jim's (3475 Main Street) halten.


Montreal, Québec

Montreal gehört zum französischen Teil Kanadas und wird von europäischen Ambiente und Künstlern geprägt. Lauf durch Downtown entlang am Sankt-Lorenz Strom und dann zum Quartir Latin, gefolgt von Chinatown und dem alten Hafen mit der Kirche Notre-Dame-de-Bon-Secours. Falls das Wetter mal nicht mitspielt, dann bist Du in Montreal ebenfalls gut aufgehoben. Die Stadt kann nämlich die weltgrößte Untergrundstadt vorweisen.Auf ein 32 Kilometer langes Tunnelsystem sind duzende Shops, Kinos und Restaurants verteilt. Die U-Bahn ist ebenfalls an die Untergrundstadt angebunden und Eingänge findest Du unter anderem an der Rue St. Catherine. Auf was Du natürlich nicht verzichten darfst, ist das Gericht Poutine. Im ersten Moment klingen Pommes Frites, überbacken mit Käse und Bratensoße etwas gewöhnungsbedürftig, aber es soll wirklich lecker schmecken und Montreal ist der Geburtsort des Poutine.

Die beste Bar der Stadt ist das Apt. 200 (3643 Boulevard, Saint-Laurent), die wie eine komplette Wohnung eingerichtet ist. Die beste Patisserie ist Kougin Amann, in der 322 Mont-Royal East Ave. Beginne den Tag bei einem Croissant, die übrigens als die besten außerhalb von Paris gehandelt werden, oder mit einem Pains au Chocolat, oder Quiche, oder, oder, oder...


Wie Du sehen kannst, bietet Kanada beides - die atemberaubende und weitläufige Natur, in der Du Grizzlybären beobachten kannst, Berge, die sich vor dir in die Luft erstrecken, so blaue Seen, dass Du denken wirst, dass das Wasser eingefärbt wurde und ebenso die Metropolen, die zum entspannten Bummeln einladen, oder mit Festivals und Nachtleben aufwarten. Worauf wartest Du also noch? Ab in den Norden.

Bis dahin, fröhliches Reisen.


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