WESHALB WAREN NICHT DAS WAHRE IST – KURZURLAUB IN DER MECKLENBURGISCHEN SEENPLATTE

Waren ist ein Kurort, der direkt an der Müritz liegt und in unmittelbarer Nähe des zugehörigen Nationalparks. Mit seinen rund 22.000 Einwohnern handelt es sich dabei um eine der größeren Städte in diesem Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte.

Relativ kurzfristig ging es für mich, meinen Vierbeiner Peanut, meine beste Freundin Jenn und ihren Hund Sue nach Waren, um dort ein entspanntes und verlängertes Wochenende zu verbringen. Da wir ja schon äußerst häufig auf Rügen waren und mal etwas Neues sehen wollten, was trotzdem in unmittelbarer Wassernähe lag, fiel unsere Wahl letztendlich auf eine ziemlich außergewöhnliche AirBnB Unterkunft auf dem Nesselberg in Waren, nämlich einen umgebauten, historischen Wasserturm und dieser war ein richtiges Schmuckstück. 


Vier Wohnungen gibt es im Wasserturm und wir hatten die unterste, mit separatem Eingang. Der Turm liegt mitten im kleinen Wald auf dem Nesselberg mit Blick auf das Wasser, was, gerade mit den beiden Hunden einfach ultimativ war. Wie ein kleines Hexenhäuschen ragt der Turm zwischen den Baumwipfeln hervor und bietet einen magischen Anblick. Das Innere der Unterkunft is modern und geschmackvoll gestaltet, mit einer offene Küche, Kamin, Doppelbett und einem wirklich großen Bad. Das beste an der ganzen Sache ist die Fußbodenheizung, die in der begehbaren Dusche sogar in die Wand hochgezogen wurde. Hier lässt es sich definitiv aushalten. Ganz günstig ist der >>Wasserturm<< allerdings nicht. Eine Nacht für zwei Personen kostet 79€, doch das war es uns absolut wert.

Von unserer Unterkunft aus kamen wir zu Fuß auch ziemlich gut, an der Müritz entlang, in den Nationalpark. Für die Hunde ein wahres Paradies. Wir hatten den Nationalpark so gut wie für uns allein und bei zwar relativ kalten Temperaturen, aber trockenem Wetter konnte man gut durch die Natur wandern und das Vogelgezwitscher, das auf den nahenden Frühling hinwies, genießen. Die Szenerie im Müritz-Nationalpark ist doch teilweise sehr unterschiedlich. Mal läuft man durch einfachen Nadelwald und plötzlich findet man sich in einer feenartigen Lichtung aus umgestürzten Baumstämmen, überwachsen von Moos, wieder. Auch den Ursprung der Havel haben wir gefunden. Kaum zu glauben, dass aus so einer kleinen Sumpf- und Quellenlandschaft mal ein riesiger Fluß wird und wer kann schon behaupten, dass seine Hunde in der Havel gebadet haben?

Doch leider brachte das Wochenende auch einige ziemliche Flops mit sich, nämlich Waren selbst. Die Stadt ist an und für sich ganz nett anzusehen. Ein paar Fachwerkhäuser, der kleine Hafen, enge Gassen in der historischen Altstadt, über den Dächern thronen zwei Kirchentürme, auf den ersten Blick war also alles ganz toll, aber eben auch nur auf den ersten Blick.

Viele der kleinen Geschäfte hatten geschlossen und als wir Samstags bei der Bäckerei Junge eintrafen, war die Auslage bereits völlig leergeräumt, obwohl der Bäcker noch 1 ½ Stunden geöffnet hatte. Da habe ich auf Rügen völlig andere Erfahrung gemacht – auch in der Nebensaison, außerdem bin ich von Göhren auf Rügen und auch von unserem >>Silvesterurlaub in Österreich<< absolut verwöhnt was die Freundlichkeit gegenüber unserer Hunde betrifft. Hunde sind dort überall willkommen und man erfreut sich an ihnen, in Waren ist es eher das Gegenteil. Hunde sind eher selten erlaubt und das erste Mal schlug uns diese Erfahrung ziemlich unhöflich im „Dat Tortenhus“ entgegen.

Uns wurde das Tortenhus wärmstens empfohlen, da es den besten Kuchen in der Gegend zu bieten hat und eins mal vorne weg: es stimmt, die Torten sind wirklich lecker, aber das war auch schon alles, was daran empfehlenswert ist. Die Bedienung im Tortenhus war äußerst unhöflich und wies uns mit einem Fingerzeigen – ohne ein einziges Wort – auf einen kaum erkennbaren Aufkleber hin, dass Hunde hier nicht erwünscht seien. Wir brachten also die Hunde zurück in die Unterkunft und entschlossen uns dazu dem Tortenhus noch eine Chance zu geben. Als uns dann Zugang gewährt wurde, genoßen wir eine Bananen-Toffee-Torte und eine Apfel-Vanille-Torte mit Thymian. Wie gesagt, die Stücke waren ziemlich groß und lecker, aber das war es dann auch schon. Die zwei Damen, mit denen wir uns den Tisch teilten, musste dreimal darum bitten, endlich zahlen zu dürfen und als die Kellnerin dann endlich, mit einer Miene, als hätten die beiden ihr gerade den Tag vermiest, auftauchte, entschuldigte sie sich nicht einmal für die Wartezeit. Als wir am nächsten Tag erneut vorbei schlenderten, um vielleicht nochmal ein Stück des guten Kuchens zu genießen, schoß selbige Kellnerin den Vogel ab. Es war Samstag und vor der Tür stand ein Schild, welches darauf hinwies, das wir einen Platz zugeteilt bekommen würden. Kein Problem, das Prozedere kenne ich nur zu gut aus England und den USA. Also betraten wir das Café, allerdings kam ich kaum zur Tür rein, da stand die Kellnerin schon direkt vor mir, grinste uns entnervt an und fragte nur:“ Was gibt’s?“. Wir fragten höflich nach einem Tisch für zwei und schon wurde ich rückwärts wieder aus dem Tortenhus heraus gedrängt. Besagte Kellnerin verwies auf das Schild vor der Tür, als wären wir zwei achtjährige Mädchen, die nicht schick genug für das Café waren, dass wir hier draußen, bei dem Schild, warten müssten. Dann ließ sie uns stehen und verschwand mit genervtem Gesichtsausdruck wieder. Da hatte auch meine Toleranz die Schmerzgrenze überschritten und wir gingen. Wirklich schade, denn das Café selbst ist schick hergerichtet und die Torten sind es wert, öfters vorbei zu schauen, aber nicht, wenn man so respektlos behandelt wird.

Besser lief es da schon im U-Nautic. Ein Restaurant, in dem man zu moderaten Preisen Fisch essen kann. Das schöne am U-Nautic ist die Inneinrichtung, die im Stil eines U-Bootes gehalten ist. Eine tolle und außergewöhnliche Idee. Wir wurden flott bedient, auch das Essen wurde ziemlich schnell serviert und war absolut in Ordnung. Nichts Außergewöhnliches oder Besonderes, das kann man allerdings für diesen Preis auch nicht erwarten.

Fazit

Die Müritz und deren Nationalpark lohnen sich für einen Besuch. Das Wasser des Sees ist unglaublich klar und es gibt duzende Möglichkeiten die Wälder zu erkunden. Auch denn Wasserturm kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Das war es dann jedoch auch schon wieder, vor allem, wenn man mit Hund unterwegs ist. Man fühlt sich häufig unwillkommen in Waren und die Umgebung außerhalb der historischen Innenstadt und des Nesselbergs gleicht eher den Plattenbauten in Marzahn als einem Kurort.

Trotzdem konnten wir uns ein paar schöne Tage machen und uns entspannen, das nächste Mal geht es einfach wieder woanders hin ;)

Bis dahin, fröhliches Reisen.


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