HUND IM GEPÄCK

Was heißt es, wirklich mit Hund auf Achse zu sein? Was müsst ihr beachten, was könnt ihr machen und was solltet ihr eher sein lassen? Fragen, die sich jedem stellen, der einen geliebten Vierbeiner hat und zum ersten Mal mit diesem in den Urlaub fahren möchte. Heute versuche ich euch diese Fragen zu beantworten und euch fit für den Urlaub mit Hund zu machen.


Die Unterkunft

Man mag es kaum glauben, aber in sehr vielen Hotels ist es erlaubt, mit Hund einzuchecken, doch ich persönlich ziehe es eher vor, mit meinen beiden Vierbeinern in einer Ferienwohnung oder gar einem Ferienhaus unterzukommen. In einem Hotel ist man da doch eingeschränkter, da man sich mit mehr Leuten auf relativ engen Raum bewegt, als in einer Ferienwohnung. Also mehr Platz, mehr Freiheit und auch mehr Entspannung für Hund und Halter.

Allerdings ist nicht jeder Vermieter auch angetan von einem Haustier, vergesst also nicht bei eurer Suche nach einer passenden Unterkunft das Häkchen bei „Haustier erlaubt“ zu setzen. Bei den gängigen und günstigsten Portalen wie FeWo-direkt und AirBnB gibt es diese Option auf jeden Fall unter den einzelnen Filterkategorien.

Wenn ihr dann endlich etwas gefunden habt, das euch anspricht, dann heißt es sich mit dem Vermieter in Verbindung zu setzten. Fragt noch einmal nach, ob ein oder gar mehrere Hunde erlaubt sind und stellt euren Hund vor. Welche Rasse? Wie groß? Gut erzogen? Hundehaftpflicht?

 

Ja, Hundehaftpflicht ist so ein Punkt, den ich jedem empfehlen kann. Nicht nur, wenn man mit seinem Hund auf Reisen ist. Eine Hundehaftpflicht gibt es für ganz kleines Geld, ist absolut unkompliziert in der Handhabung und sollte wirklich doch mal etwas zu Bruch gehen in der Unterkunft, dann sind Hund und Halter abgesichert und auch der Vermieter ist erleichtert.


Wie geht es nach der Buchung weiter?

 

Euer Hund sollte einiges können, bevor ihr ihn mit in ein fremdes Gefilde nehmt. Wenn er sich noch nicht im Klaren darüber ist, dass weder Couch, Stühle noch sonstige Möbelstücke nicht als Kauvorlage dienen, dann solltet ihr lieber noch ein bisschen trainieren. Von Stubenrein brauche ich ja gar nicht erst anzufangen, dass dürfte jedem klar sein. Auch förderlich ist es, wenn eure Schnüffelnasen kein Problem haben in einer ungewohnten Umgebung alleine zu bleiben, falls ihr einkaufen müsst und euer Hund nicht vor dem Laden oder im Auto warten soll, oder wenn ihr mal alleine essen gehen wollt. Das „im Restaurant sein“ sollte euer Hund für den Urlaub im übrigen auch beherrschen. An der Ostsee z.b. sind Hunde in so gut wie allen Restaurants herzlich willkommen, allerdings gelten auch hier gewisse, ungeschriebene Regeln.


 

Ein bellender und winselnder Hund stört genauso, wie ein ständig schreiendes Kind. Am besten ist es, wenn euer Hund einen Restaurant mit einem Nickerchen in Verbindung bringt. Mit meinen beiden hat sich das ganz automatisch eingespielt, da sie zum ersten Mal zum Essen mitkamen, nach einem ziemlich langen Tag für die beiden. Da fielen die Augen natürlich sofort zu, als sich gemütlich hingesetzt wurde. Wieder Entspannung für Hund und Halter und ein weiteres, gemeinsames Erlebnis. Denn wenn man seinen Hund schon in den Urlaub mitnehmen möchte, dann sollte man auch gemeinsam Zeit mit ihm verbringen.

Was gehört ins Gepäck?

Ein Impfpass sollte immer mit dabei sein, falls doch mal irgendetwas sein sollte. Solltet ihr Deutschland verlassen und innerhalb Europas unterwegs sein, dann ist es sogar Pflicht den blauen und internationalen Heimtierausweis mit im Gepäck zu haben. Das ist quasi der Reisepass eures Hundes. Mittlerweile bekommt man normalerweise bei jedem Tierarzt von Haus aus den blauen Impfpass.

 


Ein Hundebett solltet ihr natürlich auch dabei haben. Jeder Hund kann sich besser in einer neuen Umgebung einleben, wenn er einen festen Platz hat, an dem er sich sicher fühlt, an den er immer wieder zurückkehren kann und der etwas Vertrautes hat. Ihr merkt relativ schnell, welche Ecke euer Hund für sich auserkoren hat, da könnt ihr dann sein Hundebett oder seine Decke platzieren.

Eigene Bettwäsche und Hundehandtücher sind ebenfalls empfehlenswert. Sollte euer Liebling mal doch ins Bett klettern, dann versaut er nicht die Bettwäsche der Unterkunft und mit den Handtüchern haltet ihr nicht nur eure Hunde trocken, sondern schützt auch die Wände der Unterkunft vor Dreckspritzern beim Schütteln.

 

Ansonsten gehört natürlich alles ins Gepäck, was ihr sonst noch benötigt und zu guter Letzt darf natürlich jede Menge Spielzeug nicht fehlen. Spaß hat ja die oberste Priorität.

Die Anreise

Wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid, dann solltet ihr beachten, dass euer Hund längere Autofahrten gewohnt ist und es für ihn nicht zur Qual wird. Gegen Übelkeit helfen ein paar Animal Rescue Tropfen. Außerdem sollte genügend Platz vorhanden sein. Eine Dogge sollte keine fünf Stunden auf dem Rücksitz eines Fiat 500 verbringen müssen. Ihr würdet im Flugzeug ja auch dafür sorgen, auf einem Langstreckenflug nicht den Platz in der Mitte der Sitzreihe zu bekommen.

Fährt euer Hund auf dem Rücksitz mit, gilt Gurtpflicht. Am bequemsten und sichersten ist es für eure Vierbeiner, wenn ihr ihn mit einem Geschirr anschnallt.

Wenn euer Hund im Kofferraum mitfährt, dann ist es gesetzlich vorgeschrieben, ein Netz oder Gitter angebracht zu haben, dass ihn daran hindert, auf den Rücksitz zu klettern. Reiseboxen für den Kofferraum sind ebenfalls eine Lösung, diejenigen, die wirklich etwas bringen und auch groß genug sind, sind allerdings sehr teuer. Falls euer Hund so mitfährt, dann macht es ihm bequem mit einem Körbchen und bedenkt, dass er hinten mit drinnen sitzt. Also keine allzu rabiaten Fahrmanöver.

Wer sich dazu entscheidet, eine Flugreise mit seinem Hund anzutreten, muss natürlich um einiges mehr bedenken, als wenn er mit dem Auto unterwegs ist. Das Thema Hund und Flugzeug ist so eine Sache. Man sollte sich mindestens ein Jahr vor Reiseantritt Zeit nehmen und mit dem Training beginnen. Eine Box für die Flugreise muss besorgt werden. Einige Fluggesellschaften bieten selbst Boxen an, für mich empfiehlt es sich allerdings, sich selbst eine zu besorgen. Ein vertrautes Umfeld schaffen, in dem man trainieren kann. Seid euch darüber im klaren, dass so eine Box am 300€ aufwärts kostet. Wenn ihr die Box habt, dann fangt ihr damit an, den Hund daran zu gewöhnen. Macht die Box zu seinem „Safe-Place“. Ein Ort, an dem er sich gerne aufhält und sicher ist, jedoch auch alleine ist und auch kein Problem damit hat, wenn das Gitter geschlossen ist und er sich darin befindet.

Sobald euer Hund sich wirklich wohl fühlt und länger in der Box bleibt, dann könnt ihr damit anfangen in an dunkleren Orten in der Box zu lassen. Ein Flugzeugrumpf wird zwar beheizt, wenn Tiere mit transportiert werden, dunkel ist es jedoch trotzdem. Erst wenn euer Hund sich zu tausend Prozent sicher und wohl bei der ganzen Sache fühlt, erst dann könnt ihr mit ihm das Thema Flugreise angehen.

Schließt euch mit eurem Tierarzt kurz, der die Reisevoruntersuchungen macht, welches Mittel ihr unterstützend zur Beruhigung geben könnt. Aber auch hier ist äußerste Vorsicht geboten. Viele Mittel betäuben nur den Körper und der Hund ist geistig voll da. Stellt euch vor ihr seid gelähmt und alleine in einer Box. Da kommt Panik auf. Wenn ihr ihn mit einem Beruhigungsmittel unterstützen wollt, dann auch mit einem, was den Hund wirklich müde werden und schlafen lässt. Nichts und auch wirklich gar nichts anderes macht Sinn.

Zu guter Letzt solltet ihr euch darüber bewusst sein, dass das Alter und die Fitness eures Hundes ebenfalls eine große Rolle spielt und das es sich wohl kaum lohnt, einem Hund das alles anzutun, wenn ihr nur zwei Wochen nach Spanien fliegen wollt. Meiner 12 ½ Jahre alten Hündin Sue werde ich sicherlich keinen Flug mehr antun und wenn ich mit Peanut irgendwo hin fliege, dann wird es entweder nur für eine Langzeitreise sein, oder sollte ich einmal in ein anderes Land ziehen.

 

Außerdem solltet ihr euch im klaren darüber sein, dass Hunde sich schwerer damit tun, sich an ein anderes Klima zu gewöhnen. Mutet euren Vierbeinern also nicht mehr zu, als es unbedingt sein muss.

Was, wenn ich dann doch ohne Hund in den Urlaub fliege?

Da ich selbst viel unterwegs bin und meine beiden nicht immer mit dabei haben kann, ist es für mich persönlich wichtig, dass ich sie irgendwo unterbringe, wo ich mir zu hundert Prozent sicher sein kann, dass es ihnen gut gehen wird. Ich habe das große Glück, dass sie bei der Mutter einer Freundin unterkommen können, wenn wir uns beide auf den Weg machen.

 

Wenn es mal doch der Fall sein sollte, dass sie in eine Hundepension müssen, dann gibt es ebenfalls einige Dinge, die man beachten sollte. Keine Zwingerhaltung und gute Erfahrungen von anderen Tierhaltern sind schon einmal der erste Schritt in die richtige Richtung. Seid euch bewusst darüber, dass so etwas Geld kostet, eine Menge Geld, aber sowas sollte einem sein Hund schon wert sein. Außerdem sollten nicht zu viele Hunde auf einmal vor Ort sein und genügend Pflegepersonal vorhanden sein. Die Hunde sollten ihren Pfleger und die Umgebung kennenlernen, dann merkt ihr schnell, ob sie sich wohl fühlen werden und ob ihr ein gutes Gefühl bei der Sache habt. Die Pension sollte sich strickt an eure Angaben halten und euch während des Urlaubs up to date halten. Heutzutage ist das mit Whatsapp ja kein Problem mehr. Wenn ihr dann eine Vertrauensbasis hergestellt habt, dann könnt ihr ruhigen Gewissens eure Hunde in ihren eigenen Urlaub schicken und ihr selbst könnt euch ebenfalls entspannen.


Ob nun Urlaub mit oder ohne Hund, das bleibt im Grunde genommen euch selbst überlassen. Ich persönlich finde jedoch beide Varianten sehr erstrebenswert und hoffe, ich konnte euch mit meinen Tipps weiterhelfen.

 

Bis dahin, fröhliches Reisen.

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