HÜTTENZAUBER MIT AIRBNB IN ÖSTERREICH

Die Hütte in Wald am Schoberpaß
Die Hütte in Wald am Schoberpaß

Eigentlich bin ich ja eher die Sorte von Mensch, die sich in kurzen Hosen, bei jede Menge Plusgraden und einem ordentlichen Strand wohl fühlt, aber dieses Jahr zu Silvester sollte es mal etwas völlig anderes werden.

Jeder Hundebesitzer kann es vermutlich nachvollziehen: wenn man keinen Schallschutzbunker besitzt, muss man zum Jahreswechsel aus der Stadt flüchten, denn in Berlin bedeutet Silvester Krieg.

Eigentlich geht das ganze ja schon Anfang Dezember los, aber am schlimmsten sind die Tage um den 31. herum. Böller gehen 24/7 in die Luft. Verstehen kann ich das Ganze nicht sonderlich, ich weiß Besseres mit meinem Geld anzustellen, als es in der Luft zu verschießen.


Aber naja, so ist es nunmal und ändern wird sich das wohl auch nie.

Also wurden die Koffer ein letztes Mal für dieses Jahr gepackt und sechs Leute machten sich, zusammen mit vier Hunden, aus allen Ecken von Deutschland auf den Weg nach Österreich in die Steiermark. Wald am Schoberpaß hieß unser Ziel, um genau zu sein und unsere kleine, aber feine Hütte hatten wir über AirBnB gefunden. Vermieterin Regina versprach uns ein uriges Ferienhäuschen auf 1100m, für knapp 120€ die Nacht. Mit sechs Personen und vier Nächten kamen wir also relativ günstig weg.

In der Beschreibung wurden wir bereits zuvor darauf hingewiesen, dass man die Hütte bei Schneefall nur zu Fuß erreichen könne und so kam es dann auch. Wir fuhren am 28. Dezember in Oberösterreich ein, als der Anruf von Regina kam. Bei ihnen schneie es wie aus Eimern, wir sollten am Bahnhof im Dorf unten parken und sie würde unseren Transport dann organisieren.

Da bei uns nur grauer Himmel und nichts von Schnee zu sehen war, wollten wir es noch nicht so ganz glauben, aber die Berge waren ja noch ein Stück entfernt. Je weiter wir jedoch nach Österreich hinein fuhren, desto realistischer wurde auch ein Schneesturm. Es wurde kälter, begann zu regnen, der Regen wurde zu Graupel, dann fuhren wir in der Steiermark in einen 5,4 km langen Tunnel ein und als wir auf der anderen Seite wieder heraus kamen, befanden wir uns mitten im tiefsten Schneetreiben.

Schneetreiben am Ankunftstag
Schneetreiben am Ankunftstag

Die Schuld kann gerne an mich weiter gegeben werden, ich hatte mir Schnee gewünscht und mal ehrlich, wenn man in die Berge nach Österreich fährt, dann muss man damit auch rechnen.

Etwas später, da wir dank eingeschneiter Autobahn etwas langsamer unterwegs waren, kamen wir nun endlich in Wald am Schoberpaß an. Regina wartete bereits mit ihrem Auto am Bahnhof auf uns und wir luden unsere Sachen um. Die Hunde waren bereits dabei sich durch den Schnee zu wälzen, wir packten uns warm ein und machten uns an den Aufstieg zu Fuß.

Normalerweise dauern Ab- und Aufstieg eine halbe Stunde, beim ersten Mal haben wir allerdings deutlich länger gebraucht. Der Schneesturm, einmal verlaufen und dann wurden wir auch noch über eine Abkürzung geschickt, die nicht wirklich eine war, da wir relativ steil bergauf gehen mussten und ungefähr Knietief im Schnee versanken.

Letztendlich kamen wir jedoch an unserem Ziel an und es war genau das, was wir uns erhofft hatten. Uriger Charme auf zwei Etagen, zwei Holzöfen, eine kleine Küche, ein rustikales Esszimmer, zwei Schlafbereiche und ein Bad. Eine Hütte, wie man sie sich vorstellt.

Intelligent wie wir waren, hatten wir nicht viel zu essen mit dabei und so beschränkte sich unser Abendessen am ersten Tag auf zwei vorhandene Packungen Spaghetti, Tomatensoße und einen mitgebrachten Eintopf.

 

Am nächsten Morgen zeigte sich Österreich von seiner besten Seite, wie auch die restliche Zeit unseren Aufenthalts. Der Schneesturm hatte sich verzogen und zurück blieb ein strahlend blauer Himmel und ein verschneites Winter Wonderland, wie es im Buche steht. Schneebedeckte, meterhohe Tannen vor dem Schlafzimmerfenster und eine glitzernde Sahneschicht. Hunde, wie Menschen konnten es kaum erwarten, sich in die Natur zu stürzen.

Morgendlicher Ausblick aus dem Schlafzimmer
Morgendlicher Ausblick aus dem Schlafzimmer
Auf erster Entdeckungstour
Auf erster Entdeckungstour

Am ersten Tag hieß es erstmal einkaufen. Da unserer Vorräte nur spärlich waren, mussten wir allerdings auch gut kalkulieren. Ein Einkauf für sechs Personen will erst einmal den Berg hochgeschleppt werden, wenn man nicht mit dem Auto fahren kann.

 

Dank Schlitten, Rucksack, Teamwork und äußerst zugkräftigen und arbeitsbegeisterten Schäferhund war das Ganze dann ein richtiges Erlebnis und wir mussten auch nicht verhungern.

Einkauf mal anders
Einkauf mal anders

Wald am Schoberpaß selbst und dessen Einwohner ist wahrlich ein einmaliger Ort. Die Menschen sind freundlich, offen und empfangen einen herzlich. Vor allem für die Hunde war es ein Paradies. Durch den Schnee tollen, sich wälzen, graben und eine ordentliche Nase voll nehmen.

Ganz im Gegensatz zu Berlin sind Hunde hier wirklich willkommen und die Menschen erfreuen sich an ihnen.

 

Regina versorgte uns mit Schlitten und wir konnten, umgeben von Bergen und einem wahnsinnig tollen Ausblick die Skipiste herunter rodeln. Die hatten wir auch noch für uns komplett alleine. Aus dem Bayerischen Wald kenne ich es eigentlich nur so, dass es eine gesonderte Piste für Schlittenfahrer gibt, aber hier hat es keinen gestört, dass wir auf der Skipiste unterwegs waren. An unserem Abreisetag sind sogar zwei von uns die komplette Piste, bis runter ins Tal gerodelt.


Alles in allem war es ein Urlaub, wie er im Bilderbuch zu finden ist. Unmengen von Schnee, strahlender Sonnenschein, die Berglandschaft, mit dem Schlitten unterwegs, Wandern durch den verschneiten Wald. Einfach perfekt.

Zwar wurde auch hier oben der ein oder andere Böller in die Luft geschoßen, aber es war kein Vergleich zu Berlin, denn was man hier den Berg rauf schleppt, dass überlegt man sich schon zweimal.

Ich weiß, dass ich definitiv Wald am Schoberpaß und Regina, die uns so herzlich beherbergt hat, einen weiteren Besuch abstatten werde und wenn ihr den wahren Hüttenzauber sucht, dann könnt ihr ihn hier auch für den kleinen Geldbeutel bekommen.

Bis dahin, fröhliches Reisen und ein fröhliches 2017.



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