WIE VIEL GELD BRAUCHT IHR WIRKLICH FÜR HAWAII?

Es ist Zeit für meinen letzen Bericht über Hawaii und dieses Mal geht es um das Budget. Wieviel kostet es wirklich, sich eine Auszeit im Aloha State zu gönnen? Wieviel Geld brauch ihr für Flüge, Unterkünfte, Lebensmittel, Mietwagen und so weiter und so fort? Es ist kein Geheimnis, dass Hawaii nicht gerade als low-Budget Ziel bekannt ist, aber wie Prince einst so schön sagte, you don't have to be rich, um sich ein Abenteuer in Hawaii leisten zu können.

Der Flug

Nun ja, da die Hawaiianischen Inseln sich rund 4.000 km vor der Kalifornischen Küste der USA befinden, müsst ihr früher oder später in ein Flugzeug einsteigen, um dort hin zu kommen. Wieviel euch das Ganze kosten wird, kommt natürlich auch auf euren Ausgangspunkt an, aber ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass es für euch in Deutschland losgehen wird. Schlechte Nachrichten zuerst: ihr müsst gewillt sein, ein paar Zwischenlandungen in Kauf zu nehmen, wenn ihr nicht zwischen 1.000€ und 1.200€ zahlen möchtet. Bester Anlaufpunkt für günstige Flüge nach Hawaii sind derzeit die Urlaubspiraten und Flynder. Meinen Flug nach Honolulu habe ich über die Urlaubspiraten gefunden und habe nur rund 530€ bezahlt.

Das ist ein gewaltiger Unterschied, wie ihr sehen könnt. Los ging's am internationalen Flughafen Schiphol in Amsterdam und mit weiteren 94€ für den Flug von München nach Amsterdam war der Preis immer noch um 580€ günstiger als das, was ein Flug normalerweise um diese Jahreszeit gekostet hätte.

 

Lasst euch das auf der Zunge zergehen. Das ist ein wahnsinniges Ersparnis. So einen günstigen Flug habe ich auch noch nicht nach Costa Rica bekommen und das liegt nicht einmal um die halbe Welt herum, so wie Hawaii.

Die Unterkunft

Sobald ihr in Hawaii angekommen seid, braucht ihr vermutlich ein Bett für die Nacht. Denkt gar nicht erst an einen dieser Hotelkomplexe. Der beste Weg, um ein Land zu erleben, dass man bereist, ist dort unterzukommen, wo auch die Einheimischen wohnen. Und die meisten dieser Hotels sind eh überteuert.

Wir kamen in einer zwar ziemlich kleinen, aber sehr hübschen Hütte, direkt an der North Shore von Oahu, nur fünf Gehminuten vom berühmten Sunset Beach, unter. Die Hütte befand sich auf dem Grundstück unserer Vermieter und die Familie wohnte im Haus, welches direkt neben unsere Hütte stand. Sie kümmerten sich einwandfrei um uns und wir fühlten uns wie Zuhause. Außerdem wurden wir nicht nur mit Tipps, wohin wir fahren könnten und was wir definitiv ausprobieren sollten, versorgt, nein, wir bekamen sogar frische Früchte aus dem Garten der Familie, ein paar Häuser die Straße hinunter. Die Nacht in diesem kleinen Paradies kostet rund 69€. Das Attaway-Cottage findet ihr hier.

 


Außendusche
Außendusche

Auf Maui sind wir in einem sogenannten Condominium Resort, eine Wohnanlage, in Kihei untergekommen. Dort kann man sich entweder für langfristig oder eben auch nur für ein paar Nächte eine Wohnung anmieten. Die Anlage selbst war gar nicht so schlecht. Ein gepflegter Garten, ein riesiges Apartment mit zwei Bädern und einem Balkon, das Meer zu Rechten, den berühmten Vulkan Haleakala zur Linken, aber es war trotzdem nicht die Unterkunft, nach der ich gesucht hatte. Empfehlen würde ich es auch nicht wirklich. Versteht mich nicht falsch, es hat alles einwandfrei funktioniert, aber die Gegend war einfach nicht das Richtige und irgendwie sind wir dort ein wenig festgehangen – mehr dazu später.

Morgenausblick auf Maui
Morgenausblick auf Maui

Zusätzlich kann man noch günstigere Unterkünfte auf der Insel finden. Leider war alles, was ich so ins Auge gefasst hatte, schon ausgebucht, als feststand, dass es auch für ein paar Tage nach Maui gehen würde. Die günstigste Option war also das Castle Kamaole Sands. Wenn ihr nach einer Ferienwohnung in Kihei sucht, dann ist das Kamaole Sands zwar eine gute Anlaufstelle, ansonsten würde ich mich rechtzeitig darum kümmern, auf AirBnB und Fewo-Direkt eine günstige und schöne Unterkunft zu finden. Außerdem würde ich euch empfehlen, in der Gegend zwischen Paia und Hana unterzukommen, da es dort einfach noch schöner ist, als in der Kihei-Gegend.

Fahrbarer Untersatz

Bevor es für uns nach Hawaii ging, ich habe ich mich natürlich in die Tiefen des Internets begeben, um nach der passendsten und günstigsten Möglichkeit zu suchen, um in Hawaii von A nach B zu kommen und ich habe mich täuschen und zu dem Glauben hinreißen lassen, dass wir nicht wirklich einen Mietwagen bräuchten.

Das funktioniert vielleicht noch auf Oahu, zumindest ein bisschen, da man dort den Bus nehmen kann, aber – großes aber – das wird euch einiges an Zeit kosten. Es gibt keinen richtigen Zeitplan, nachdem der Bus fährt und obwohl man damit um die gesamte Insel herum kommt, hält er alle paar Meter und trotzdem, es ist der günstigste Weg, um die Insel zu sehen. Eine Fahrt kostet nur $1.25, das entspricht etwa 1.20€, und ihr könnt das Ticket für eine weitere Fahrt nutzen (allerdings nicht um die Strecke zurück zu fahren).

Mal abgesehen davon ist es nicht allzu teuer ein Auto auf Oahu zu mieten. Für 7 Tage haben wir uns bei Alamo, für nur rund 185€ (Economy Class) einen Wagen gemietet und das Tanken ist gerade für uns Deutsche unschlagbar günstig in den USA. Wir hatten einen Honda Sonata und sind damit jeden Tag auf der Insel herumgefahren. Tanken mussten wir nur ein einziges Mal, nämlich als wir den Wagen wieder zurück gebracht hatten und das für lasche $35 – das sind nur 33€.

Der Traum jedes Deutschen Autofahrers.

Ein Fahrrad kann man sich übrigens auch relativ einfach anmieten. An der North Shore würde ich euch North Shore Bike Rentals empfehlen. Dort bekommt man für nur $19 (18€) pro Tag einen Beach Cruiser, der euch sogar noch bis vor die Haustür geliefert wird, sowie auch wieder abgeholt wird. Joe, der Besitzer, ist zudem ein sympathischer und unglaublich freundlicher Typ.

Auf Maui werdet ihr allerdings definitiv ein Auto brauchen. Glaubt nicht niemanden, der euch sagt, dass es auch ohne funktionieren würde und dass ihr zur Not ja dort auch den Bus nehmen könntet. Es gibt zwar ein Bussystem, ich bin mir allerdings sicher, dass dieses nur in Kraft tritt, wenn sich irgendjemand mal eine Stunde dafür opfert. Auch in Kihei gab es eine Busstation. Gesehen habe ich den Bus allerdings nur ein einziges Mal und das innerhalb der gesamten vier Tage, die ich vor Ort war.

 

Also, holt euch einen Mietwagen, sonst sitzt ihr so fest, wie wir es getan haben. Lektion gelernt würde ich sagen.


Lebensmittel

Die meisten Ausgaben, die ihr in euer Reisebudget einkalkulieren müsst, wird für Essen sein. Lebensmittel an sich, sowie Essen gehen, sind teuer in Hawaii. Oahu ist nicht so teuer, wie ich es erwartet hatte, vermutlich da die meiste Bevölkerung von Hawaii auf der Insel lebt, und trotzdem müsst ihr mit rund $30 (28€) für einen kleinen Einkauf bei Foodland rechnen. Und wenn ich von klein spreche, dann meine ich zwei Flaschen Wasser, eine Packung Spaghetti, Tomatensoße, eine Ananas, Granola und Joghurt.

 

Kleiner Tipp: die meisten Unterkünfte stellen eine Maika'i Card zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine Spar- und Belohnungskarte (ähnlich wie Payback), mit der man einiges bei jedem Einkauf, den ihr bei Foodland tätigt, sparen könnt.

Eintritt

Meistens muss man, wenn man einen Nationalpark besuchen möchte, Eintritt bezahlen und dann auch noch ziemlich überteuerten, allerdings nicht in Hawaii. Während unseres zweiwöchigen Aufenthalt mussten wir nur zweimal unseren Geldbeutel für Eintritt öffnen.

 

Im Waimea Valley, das definitiv einen Besuch wert ist und im Byodo-In-Temple, beides auf Oahu. Beim Waimea Valley handelt es sich um eine ehemals heilige Stätte der Hawaiianischen Ureinwohner, die mittlerweile in einen Naturpark umgewandelt wurde, in welchem hunderte, vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten wieder herangezüchtet werden. Man kann ebenfalls die historische Stätte besuchen und einiges über die Vergangenheit und Kultur der Hawaiianer lernen bei einem Spaziergang durch den Regenwald-ähnlichen Park. Der beste Part an der ganzen Geschichte ist der Wasserfall, in der Mitte des Parks. Dort kann man nämlich ins Wasser, zum Wasserfall schwimmen, an der Seite auf die Steine klettern und in den Wasserfall selbst springen, um sich letztendlich von seiner Kraft davon treiben zu lassen. Das Wasser ist eiskalt und trotzdem ist es eine tolle Erfahrung. Ich empfehle euch früh loszustarten. Der Park öffnet um neun. Der Eintritt kostet $16 (15€), die ich gerne bezahlt habe, um den Wiederaufbau der Natur zu unterstützen.  


Den Byodo-In-Tempel hingegen findet man am Fuß der Koolau Berge und es handelt sich dabei um einen Buddhistischen Tempel, der den ersten Japanischen Immigranten in Hawaii gedenkt. Die Japaner und Hawaiianer haben eine gemeinsame Vergangenheit, die noch vor Pearl Harbor zurück reicht.

Der Tempel hat wirklich etwas für sich und mit der Natur, die ihn umgibt, fühlt man sich so, als wäre man plötzlich irgendwo im nirgendwo in Japan gelandet. Bevor man den Tempel betritt (natürlich barfuß), um ein Räucherstäbchen für Buddha anzuzünden, kann man eine riesige Glocke vor dem Tempel läuten. Das alles soll die Seele reinigen.

 

Natürlich sind einige Japanische Touristen vor Ort, trotzdem herrschte eine ruhige Atmosphäre und es nicht zu überfüllt. Der Eintritt beträgt nur $3 (2,50€).

 


Und das war es auch schon mit dem Geld für Eintritt. Wenn ihr Pearl Harbor besuchen möchtet, die 1 ½ stündige Tour (inklusive Film über die Geschehnisse bei Pearl Harbor) zum USS Arizona Memorial ist kostenlos. Alle anderen Nationalparks und Trail, die wir gewandert sind, waren ebenfalls kostenlos.

 

Also, wie ihr seht ist Hawaii gar nicht so teuer, wie gedacht. Bei Flug und Unterkunft kann man gut Geld einsparen und es gibt so viele Dinge, die man einfach erleben kann, ohne auch nur einen Cent dafür ausgeben zu müssen.

Das einzige, was wirklich einen Arsch voll Geld kostet (entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise, es stimmt aber einfach), ist ein Helikopterflug. Wir hatten daran gedacht, eine 45-minütige Tour über Maui zu machen und ich hatte mit Kosten zwischen 95€ und 145€ gerechnet. Ich lag ziemlich daneben. Die Flüge kosten zwischen 263€ und 358€ für einen 45-Minuten Flug. Ihr seht also, ein ganzer Arsch voll Geld. Mal abgesehen davon hoffe ich, dass euch meine Hawaii-Berichte gefallen haben und es Hawaii auf eure Bucket-List geschafft hat, wenn es nicht eh schon drauf war.
Nächstes mal dreh sich alles um Los Angeles und warum dort nicht alles, was Gold ist glänzt.

 

Bis dahin, fröhliches Reisen.

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