FRANZÖSISCH POLYNESIEN - JA, NEIN, VIELLEICHT?

Es ist die Nummer zwei auf meiner 'Orte, die man während seiner Lebenszeit gesehen haben muss' – Liste, so gut wie jeder hat davon gehört, aber fast niemand war bereits vor Ort, Prominente posten atemberaubende Fotos auf ihrem Instagram-Feed, während sie ihren Urlaub dort verbringen und es ist dafür bekannt, die schwerste Welle der Welt zu besitzen – Französisch Polynesien.

Aber ist es wirklich so unerreichbar für uns normale, meistens nicht unglaublich reiche menschliche Wesen, wie es aussieht? Wie schon erwähnt, es ist die Nummer zwei auf meiner top drei Liste und da ich bereits meine Nummer drei (Kuba) letztes Jahr abgehakt habe und Nummer zwei (Hawaii) in knapp sieben Wochen folgt, will ich es definitiv irgendwann nach Französisch Polynesien schaffen. Egal ob ich bis dahin reich bin oder nicht.

Also hab ich mich hinter den Laptop geklemmt und etwas recherchiert. Wie kommt man am günstigsten hin? Was gibt es zu sehen? Was sollte man dort machen und ist es wirklich das Super-Paradies, das sich jeder vorstellt? Aber zuerst ein paar Fakten:

Französisch Polynesien liegt im Südpazifik, hat eine Population von rund 187.000 Einwohnern, von denen rund 50 % auf der Hauptinsel Tahiti leben. Die Währung ist der CFP-Franc und der internationale Flughafen heißt Papeete. Der Geldwechsel funktioniert am besten am Flughafen. Wenn ihr keine CFP-Franc als Souvenir nach Hause mitbringen wollt, solltet ihr ebenfalls vor eurem Rückflug am Flughafen wechseln.

Französisch Polynesien hat ein tropisches Klima mit einer jährlichen Durchschnittstemperatur von 26° Celsius. Trockenste Monate sind August und September, die übrigens zum Winter auf den Inseln gehören. Der Monat mit dem meisten Regen ist Januar, mit durchschnittlich zwei Wochen Regen. Die Luftfeuchtigkeit ist das ganze Jahr über relativ hoch.

Lasst uns mit Tahiti beginnen.

Ananasfeld auf Tahiti
Ananasfeld auf Tahiti

Es handelt sich dabei um eine Doppelinsel, bestehend aus Tahiti Nui – das große Tahiti – und Tahiti Iti – das kleine und weniger dicht besiedelte Tahiti. Auf Tahiti gibt es einen Ort, den ich definitiv besuchen möchte. Ein kleines Dorf namens Teahupoo und wenn ihr nach dem Ende der Welt sucht, dann findet ihr es mit großer Wahrscheinlichkeit dort. Die offizielle Straße läuft in Teahupoo aus und ist markiert mit einem Stein und der Aufschrift Kilometer null. Wenn ihr noch weiter wollt, dann bleibt euch nur noch eine Option, nämlich laufen. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich dorthin möchte.

 

Teahupoo ist in der Surf-Gemeinschaft bekannt dafür, die 'heaviest wave in the world' vorweisen zu können – Chopes. Wellen mit einer Höhe von bis zu fünfzehn Metern brechen hier auf einem seichten Riff hinter der Lagune zur Winterzeit. Versteht mich nicht falsch, ich würde niemals dort surfen, aber es ist die schönste Welle, die ich je fotografiert gesehen habe. Das gesamte Meer verschiebt sich, hebt sich in die Luft.

Ben Thouard für Frothers/2014
Ben Thouard für Frothers/2014

Die Welle ist unglaublich dick, aber mit einer Oberfläche, so glatt wie ein Spiegel. Nur die Besten der Besten surfen eine Welle dieser Größenordnung. Ich möchte diese Phänomen einfach nur beobachten, es ehrfürchtig anstarren und mich fragen „Wie verrückt muss man sein, um sich ein Surfboard zu schnappen und da drauf zu springen?“. Aber Teahupoo ist nicht das Einzige, was es auf Tahiti zu entdecken gibt. Wenn ihr einen überwältigenden Ausblick über die Lagune von Papava und sogar bis hin zur Nachbarinsel Moorea genießen wollt, dann solltet ihr den Aussichtspunkt Taharaa über dem Tahiti Pearl Beach Hotel suchen.

Wenn ihr euch am Landesinneren und dem Papenoo Tal erfreuen wollt, dann könntet ihr eine Geländewagen Safari auf tahiti.com buchen. Es handelt sich dabei um eine 3 ½ stündige Tour, bei der ihr an eurer Unterkunft abgeholt werdet. Allerdings ist das ganze mit 80 Euro pro Person nicht gerade günstig und ihr müsst leider bedenken, dass einige der jüngeren Einwohner gerne mal im Papenoo Tal feiern, die Natur mit ihren Wasserfällen, dem Dschungel und der Tierwelt soll jedoch eine Reise wert sein.


Aber Französisch Polynesien besteht nicht nur aus Tahiti. Moorea ist die Nachbarinsel und ist bekannt für seine überwältigend schönen Strände und eine Landschaft im Landesinneren, die nicht von dieser Welt ist. Wer würde nicht gerne durch die Ananasfelder laufen und danach an einer Lagune mit weißem Sandstrand entspannen?

Außerdem gibt es da noch Bora-Bora, mit einer Landmasse von gerade mal 38 km². Bora-Bora ist wahrscheinlich das Atoll mit dem häufigsten VIP-Besuch im Südpazifik, aber ratet mal, es ist auch für uns bezahlbar.

Was uns zu den eigentlichen Zahlen bringt.

Wir beginnen mit den Flügen. Wahrscheinlich DER Faktor schlechthin, der die meisten von uns davon abhält, nach Französisch Polynesien zu reisen. Die Flüge sind verdammt teuer. Meistens zahlt man an die 1.700 Euro für Hin-und Rückflug von München. Es könnte also sein, dass ihr etwas spontaner sein müsst, um einen günstigeren Flug abzubekommen. Urlaubspiraten.de bietet momentan Flüge für 2017 an, von München aus, für 949 Euro hin und zurück.

Wenn ihr einmal vor Ort seit, dann möchtet ihr wahrscheinlich die Insel mit dem Mietwagen erkunden. Es ist nicht gerade einfach einen Anbieter für Mietwägen auf Tahiti zu finden, aber kayak.com bietet einen Economy Wagen für schon 23 Euro pro Tag an oder einen SUV für 59 Euro.

Zu guter letzt: die Unterkunft.

Wer kennt sie nicht, die malerischen Bilder von Bungalows mitten im türkisen Pazifik, mit Stufen, die direkt ins blaue Wasser führen und verträumten, weißen Sandstränden? Nun, wenn ihr nicht mindestens ein Monatsgehalt für ein paar Tage im Paradies ausgeben wollt, dann müsst ihr wahrscheinlich eure Ansprüche ein wenig nach unten schrauben, was allerdings nicht heißt, dass da nur noch der Mist übrig bleibt.

Nein, Airbnb ist mal wieder die Lösung. In Papeete bekommt ihr bereits ab 51 Euro pro Nacht ein Privatzimmer, mit privaten Badezimmer und eigenem Zugang, mit einem wahrhaft grandiosen Ausblick über das türkise Wasser und die Natur der Umgebung. Das Airbnb heißt Pamatai's Paradise und es handelt sich dabei sogar um einen sogenannten Superhost, eine Unterkunft mit besonders guten Rezensionen. Wenn ihr eine Nacht in Teahupoo bleiben wollt, dann wird es leider nicht so günstig. Die beste Empfehlung, die ich finden konnte, heißt Vanira Lodge. Bungalows, die mit Liebe und in Harmonie mit der Natur erbaut wurden, werden dort angeboten. Am günstigsten sind die beiden Baumhäuser Maara oder Kava für 151 Euro die Nacht.

Auf Moorea bekommt ihr einen Bungalow mitten in der Natur von Afareaitu für bereits 55 Euro die Nacht und da es sich um ein Bed & Breakfast handelt, ist das Frühstück im Dschungel ebenfalls gesichert.

Und zu guter letzt: unser Atoll Bora-Bora. Und wisst ihr was? Sogar hier ist es möglich einen erschwinglichen Bungalow in Strandnähe zu finden. Und zwar in Vaitāpē.


Gastgeber Gérad bietet euch WLAN, eine Küche, zwei Betten und Platz für drei Leute, eine Waschmaschine und einen wunderschönen Garten für nur 71 Euro die Nacht. Ihr seht also, es ist auch für uns nicht-superreichen möglich, nach Französisch Polynesien zu reisen und das Paradies der Superlative zu genießen. Es mag vielleicht nicht so günstig sein, wie ein verlängertes Wochenende in Spanien, aber Fernreisen benötigen immer eine gewisse Budgetplanung und es ist trotzdem möglich. Also, fangt an den Sparsocken zu füllen - ich schließe mich auf jeden Fall an - den Französisch Polynesien ist wirklich ein Traum.

Bis dahin, fröhliches Reisen.

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