EIN TAG IN DÄNEMARK

Sønderborg hieß sie, die dänische Stadt, die ich letztes Jahr für einen Tag erkundet habe, unweit von der deutschen Grenze entfernt. Um genau zu sein sind es 40 Kilometer.

Was erwartet man sich so, wenn man nach Dänemark fährt? Eine lustige Sprache, die keiner, außer die Dänen selbst, versteht, Wasser, Natur und bunte Holzhütten. Alle wichtigen Stereotypen erste einmal abgehakt? Ich denke schon.


Nun ja, wenn man so nah an der deutschen Grenze ist, dann sollte man keine bahnbrechenden landschaftlichen und architektonischen Veränderungen erwarten und trotzdem kann schon ein bisschen das nordische Feeling aufkommen.

Mal abgesehen davon, dass es an dem Tag, an dem ich die Grenze überfahren hat, recht warm war.

Sønderborg liegt an der Flensburger Förde, ist die Hauptstadt der Region, kann einen netten Hafen vorweisen, in dem man das ein oder andere recht hübsche Segelboot vorfindet, einen Strandabschnitt gibt es auch und an und für sich ist es auch recht malerisch dort.

Man wandert über die Holzpaneelen an den Landeplätzen entlang, durch den Park und genießt den Flair der Stadt.

Um das Bild noch abzurunden gab es an diesem Tag eine Art Minijahrmarkt auf dem Platz neben dem Sønderborg Slot (Burg).

Sämtliche Fahrgeräte waren von Hand gebaut, aus allen mögliche Alltagsgegenständen. Auf dem kleinen Riesenrad wurden die Kinder auf Toilettensitze verfrachtet und einer der Angestellten, ich vermute mal es war der arme Praktikant, musste kurbeln und dann begann sich die ganze Sache zu drehen. Es gab auch noch so etwas wie ein Kettenkarussell und die Fahrgeschäfte selber hätte man schon fast als Kunstwerke bezeichnen können.


Allerdings war die gute Laune an diesem Tag nicht von Dauer. Zu sechst waren wir unterwegs und irgendwann treibt einen der Hunger dann doch ins nächste Restaurant.

Nach diesem Besuch kann ich endlich nachvollziehen, wie sich wohl die Amerikaner fühlen, wenn sie aus den USA nach Deutschland kommen und die preislichen Unterschiede hautnah erleben dürfen. Es gab für uns alle jeweils ein Getränk, ein paar bestellten sich eine Portion Pommes Frites mit zwei – hausgemachten – Dips. Für die anderen gab es ein Stück Kuchen.


Versteht mich nicht falsch. Es hat super lecker geschmeckt, der Service war einwandfrei und unglaublich freundlich, aber beim Preis sind wir alle fast rückwärts vom Hocker gefallen.

Eine Rechnung von jeweils 70 Euro für vier Personen und nochmal über 35 Euro für zwei Personen lag da am Ende vor uns auf dem Tisch.

Fünfunddreißig Euro.

Für eine Portion Pommes, ein Kaltgetränk, ein Stück Kuchen und einen Kaffee.

Zwei Personen.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. In Berlin kann ich bei weitem größere Portionen für 15 Euro bekommen.

Klar, der Däne an sich verdient natürlich auch mehr als der Durchschnittsdeutsche, aber geschluckt haben wir trotzdem alle. Das war schon ein ziemlicher Hammer. Merkt euch also, wenn ihr nach Dänemark wollt, dann füllt die Reisekasse ordentlich auf, denn günstig wird es definitiv nicht.


Ansonsten war mein Tag in Dänemark sehr entspannt. Die Menschen vor Ort waren recht freundlich und für einen Tagesausflug hat es sich gelohnt. Je weiter man nach Dänemark reinfährt, desto mehr gibt es vermutlich auch zu erkunden oder zu entdecken, aber für einen kurzen Sprung über die Grenze kann ich Sønderborg euch mit ruhigem Gewissen empfehlen – solange ihr den Geldbeutel nicht Zuhause vergesst ;)
Bis dahin, fröhliches Reisen.

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