LÜBECK, FLENSBURG, TRAVEMÜNDE ODER KIEL?

Moin, moin ihr Landratten und ahoi! Wie ihr sicherlich schon gemerkt habt, bin ich kein Fan davon, in Deutschland Urlaub zu machen. Je weiter weg, desto besser ist eigentlich meine Devise. Aber wenn es dann doch mal kurz wohin gehen soll, dann ist es an der Küste natürlich am schönsten. Ich habe einfach ein Schwäche für Hafenstädte und ziehe jeden Spaziergang am Hafen einer Wanderung durch den Schwarzwald vor. Die üblichen Verdächtigen, die einem bei der Bezeichnung Hafenstadt einfallen, sind natürlich Hamburg oder Rostock. Zu meiner großen Schande muss ich gestehen, dass ich bis jetzt weder in der einen, noch in der anderen Stadt. Dafür schauen wir uns heute mal ein paar weitere Schmuckstücke an.

Travemünde

Travemünde ist ein äußerer Teil von Lübeck, der an der Mündung der Trave in der Lübecker Bucht liegt. Woher Travemünde seinen Namen hat, dürfte jetzt ja wohl jedem klar sein. Der Ortsteil ist eine gelungene Mischung aus Moderne und Vergangenheit. Dort gelandet sind wir eigentlich nur, weil wir ein paar Tage im rund eine Stunde entfernten Boltenhagen verbracht haben und uns dort das Maritim-Hochhaus ins Auge gefallen ist. Ein einzelnes Hochhaus direkt an der Ostseeküste? Das hat die Neugier geweckt und so haben wir uns auf den Weg gemacht, immer in Richtung besagtem Bau. Tja und geendet sind wir direkt am Hafen. Es ist schon ein eigenartiger Kontrast. Im Hintergrund der Maritimbau und davor das altehrwürdige Museumsschiff Passat. Der „Kutter“ hat schon so einige Kilometer auf dem Buckel, nach zwei Weltumsegelungen und neununddreißig Fahrten zum Kap Hoorn. Aber der Hafen in Travemünde ist definitiv einen Besuch wert. Auf der anderen Seite liegt die Promenade. Es ist angenehm ruhig und war nicht zu voll. Der Strand ist weitläufig und sauber und die Ostsee unglaublich ruhig, während man den Dampfern beim Einlaufen zusehen kann. Wenn ihr also in der Gegend seid, dann stattet Travemünde ruhig mal einen Besuch ab.

Lübeck

Zwanzig Kilometer landeinwärts findet ihr euch dann im Zentrum von Lübeck wieder. Auch wenn ich nur kurz in Lübeck war, die Stadt und ihre Bewohner hat doch mein Herz erobert. Selten habe ich so entspannte Menschen erleben dürfen. Tut mir leid Berlin, aber du kannst da definitiv nicht mithalten. Wir waren zu siebt unterwegs mit vier großen Hunden im Anhang und keinen – wirklich keinen Menschen – hat das gestört. Nein, ganz im Gegenteil, unsere Hunde haben nur positive Reaktionen hervor gerufen. Eine Sache, die man in Berlin so gut wie kaum erleben darf. An jeder Ecke wird man freundlich begrüßt und dazu gibt es noch ziemlich guten und verdammt frischen Fisch, wer kann da noch nein sagen? Außerdem kann man in Lübeck wunderbar am Stadtgraben und der Trave entlang wandern und die Gegend im Zentrum, um das Holstentor herum ist wirklich schön.

flensburg

Nach Lübeck geht es weiter rauf, fast bis an die Grenze zu Dänemark. Nämlich in die Altstadt von Flensburg, die direkt sich direkt am historischen Hafen der Stadt befindet. Wenn man durch die Altstadt der Hansestadt läuft, landet man über kurz oder lang in der Norderstraße und dort stößt man auf ein kleines Phänomen. Nämlich einen Haufen Schuhe, die quer über der Straße an Drahtseilen baumeln und als inoffizielles Wahrzeichen der Stadt gelten. Ins Rollen gebracht wurde diese Aktion angeblich von Kunden eines Skatershops, die ihre alten Schuhe, nach dem Kauf eines neuen Paares, zurückgelassen hatten und der Besitzer des Ladens sie dann über ein gespanntes Seil warf. Was letztendlich wirklich dahinter steckt oder der Beginn der baumelnden Schuhe war, bleibt wohl für immer ein kleines Rätsel.

In der Norderstraße gibt es außerdem noch die Villa Bunterhund zu sehen. Der verstorbene Tätowierer Peter Liebmann ernannte das Haus zum Ministerium für frikkelige Angelegenheiten und der Schriftzug ist noch immer zu sehen.

Wenn ihr auf Rum steht, dann solltet ihr in die Große Straße 24 gehen. Eingequetscht zwischen zwei Häusern und unter sechs Rumfässern findet ihr Braasch's Rum und ihr wisst ja, ohne Rum ist mein kein echter Pirat. Ja, in Flensburg kann man definitiv noch mehr machen, als nur Punkte zu sammeln.

Kiel

Zu guter Letzt, nach Travemünde, Lübeck und Flensburg, geht es in die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein und zwar nach Kiel.

Und leider muss ich zugeben, dass mir Kiel von allen Hansestädten, die ich so besucht habe, am wenigsten zugesagt hat. Klar, der Port of Kiel ist definitiv beeindruckend mit seinen großen Kreuzfahrtschiffen und den Fähren. Allerdings war mir die Stadt selbst einfach zu voll. Zu viele Touristen, die einen über den Haufen rennen für das beste Foto vom Hafen und das habe ich schon zur genüge, wenn ich in Berlin unterwegs bin.

Vielleicht muss man sich für Kiel einfach mehr Zeit nehmen, als ich es vor Ort hatte und sich genauer umsehen. Ich bin mir sicher, die Stadt hat ihre schönen Ecken, aber ich würde trotzdem eher meinen Urlaub in Flensburg verbringen, anstatt in Kiel. Obwohl dort auch einige Touristen unterwegs sind, verläuft es sich da irgendwie besser und alles ist einfach entspannter. In Kiel war es mir definitiv zu hektisch und wenn ich schon im Norden unterwegs bin, dann will ich auch die nordische Gelassenheit zu meinem Fischbrötchen ;)

Wie immer empfehle ich euch natürlich wärmstens euch selbst ein Bild von den jeweiligen Städten zu machen, für mich bleiben Lübeck und Flensburg jedoch die eindeutigen Gewinner.

Bis dahin, moin moin, ahoi und fröhliches Reisen

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