CÉAD MÍLE FÁILTE - TAUSENDFACH WILLKOMMEN IN IRLAND

In meinem Reiseduell Dublin gegen London habe ich ja schon ein bisschen das Thema Irland angeschnitten und erwähnt, dass ich bereits zweimal im Land der Kobolde, des Guiness und der satten, grünen Natur war. Meine Begeisterung über Dublin hatte sich ja auch in Grenzen gehalten, aber dieses Mal dreht sich alles um meine Rundreise und das Irland, von dem jeder träumt.


Meine Tour startete in Dublin, danach ging es nach Kilkenny, ein kurzer Stop in Cashel, darauf folgte Cork, von Cork aus ging es nach Killarney und zum Ring of Kerry, danach nach Limerick, ein Schwenker zur den Cliffs of Moher und zum Schluss zurück nach Dublin. Die Route hatte rund 1.026 Kilometer und ich war vierzehn Tage unterwegs – völlig ausreichend, um genügend zu sehen und um nicht zu sehr durch die Gegend hetzen zu müssen.

Über Dublin brauche ich euch ja nicht mehr viel zu erzählen. Alles, was es über die irische Hauptstadt zu berichten gibt, habe ich eigentlich in meinem Travel-Duel bereits abgehakt. Meine damalige Unterkunft war bedeutend schöner, als bei meinem zweiten Besuch. Etwas außerhalb von Dublin, mit Blick auf die irische See. Leider weiß ich den Namen der Unterkunft nicht mehr. Es war jedoch ein Bed & Breakfast.


Ein kleines Bed & Breakfast zu wählen empfiehlt sich, meiner Meinung nach, immer in Irland. Dort wird ordentlich für einen gesorgt, man lernt die verschiedensten Menschen kennen und bekommt meistens noch wertvolle Tips von den Einheimischen.

Kommen wir zu Kilkenny, rund zwei Stunden Fahrt von Dublin entfernt und nicht nur durch das gleichnamige Bier bekannt, sondern auch, weil es sich um eine sehr gut erhaltene, mittelalterliche Stadt handelt, mit kleinen Gässchen und dem berühmten Castle of Butlers oder auch Kilkenny Castle genannt. Kilkenny liegt am River Nore und die Stadt bietet gleich einen guten Einstieg in das irische Leben. Rund sechszig Kilometer von Kilkenny entfernt findet man den Rock of Cashel. Auf dem kleinen Berg sitzt eine mächtige Burg, die seit dem Mittelalter als Wohnort für Feen, Geistern und Kobolden verehrt wird. Der Glaube an diese Wesen ist übrigens allgegenwärtig in Irland. Was ich genau damit meine, dazu kommen wir später.

Kein Wunder, dass die Burg auf dem Berg von Geistern heimgesucht sein soll, denn sie existiert schon gut 1.700 Jahre. Der Anblick war jedenfalls ziemlich beeindrucken. Nebenschwaden waberten über die grünen Felder, der Burg ragte daraus hervor und der Himmel dahinter war fast schwarz, durch den abziehenden Regen.


Hundert Kilometer weiter und rund eine Stunde Fahrt von Cashel landet man in der Hafenstadt Cork. Cork ist mit 120.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Republik. Solltet ihr im November nach Cork kommen, besucht das Cork Film Festival, das sich zu einem international angesehenen Kurzfilmfestival gemausert hat. Für alle Jazz-Liebhaber eignet sich der Oktober besonders gut, um nach Cork zu reisen. Denn in diesem Monat findet das Guinness Cork Jazz Festival statt. Für alle, die nicht auf Jazz oder Kurzfilme stehen gibt es noch einiges anderes in Cork zu erleben, wie z.B. der English Market, der Montag bis Samstag von acht bis achtzehn Uhr geöffnet hat. Genießt die große Auswahl an verschiedensten Anbietern und allem, was das Herz begehrt und natürlich der Hafen der Stadt.

Von Cork aus ging es weiter nach Killarney. Killarney eignet sich perfekt für alle, die den Ring of Kerry fahren möchten. Eine rund 180 km lange Route entlang der Küste mit einer malerischen Landschaft, Abschnitten mit weißen Sandstränden, blauem Meer und dem Killarney Nationalpark. Weiter oben hatte ich ja das Thema angeschnitten, dass der Glaube – vor allem an Kobolde – allgegenwärtig ist in Irland. Im Killarney Nationalpark, auf der Straße N71 auf dem Ring of Kerry gibt es den sogenannten Ladies view, der einen unglaublichen Ausblick auf die Seen und Landschaft bietet. An diesem Ladies view kann man ein ganz besonderes Straßenschild finden. Es warnt einen davor, vorsichtig zu fahren, da hier keine Tiere sondern Kobolde die Straße überqueren. Für einen Essenstop nach der Umrundung des Ring of Kerry empfehle ich euch die Kleinstadt Kenmare, gut eine halbe Stunde von Killarney entfernt. Ein buntes Häuschen reiht sich an das nächste. Aber auch Killarney selbst ist ziemlich bunt und malerisch.


Von Killarney ging es wieder weiter nach oben und zwar gut 111 Kilometer, nämlich nach Limerick.

Die Stadt Limerick selbst ist nicht sonderlich umwerfend. Bei meinem zweiten Besuch in Irland habe ich mir übrigens in Limerick ein Kleeblatt tätowieren lassen, von einem echten Iren mit noch dazu fuchsroten Haaren – das Glück der Iren und so ;) Falls ihr euch dazu entscheidet, ein kleines Andenken unter der Haut mitzunehmen, empfehle ich euch das Allstark Ink. Allerdings gab's vor Ort nur einen Termin, weil kurz zuvor jemand abgesagt hatte.

Zurück zu Limerick. Wie schon gesagt, nicht die schönste Stadt auf der Route. Es gibt King John's Castle direkt am Shannon, den Milk Market und einiges an Pubs. Die Besucher und Besitzer der Pubs können teilweise ganz schön grummelig wirken. Bei meinem zweiten Besuch bin ich, zusammen mit einer Freundin, in eines dieser Pubs gestolpert, da es draußen geschüttet hat wie aus Eimern und wir uns aufwärmen wollten. Die älteren Herren, die am frühen Nachmittag schon an der Bar saßen, warfen uns skeptische Blicke zu und auch der Wirt schien nicht sonderlich begeistert zu sein von unserem Eintreffen. Dann haben wir auch noch zwei heiße Schokoladen, anstelle von zwei Bier, bestellt. Touristen halt.

Aber der erste Eindruck stimmt eben doch nicht immer. Die heiße Schokolade war super, der Wirt hatte sie extra noch mit kleinen, knallbunten Marshmallows verziert und uns mit einem breiten Grinsen serviert.

Wenn ihr wissen wollt, wie es sich in vergangen Zeiten so gelebt hat in Irland, dann solltet ihr den Bunratty Castle & Folk Park, circa zwanzig Autominuten von Limerick entfernt, besuchen. Eine kleine Stadt, die einem die Häuser und das Leben von früher präsentiert. Vom armen Bauern mit der kleinen Hütte bis zum Anwesen einer Grafschaft und natürlich dem Bunratty Castle selbst. Wenn ihr euch online vorab das Ticket holt, kostet es nur 11 Euro. Der Park war nicht überfüllt, eigentlich auch recht interessant und mit Liebe zum Detail aufgebaut.


Was man natürlich auf keinen Fall verpassen darf, wenn man Irland besucht, sind die berühmten Cliffs of Moher. Die Steilklippen an der irischen Küste erstrecken sich über eine Länge von rund acht Kilometern, mit einer Höhe von rund 120 Metern, am höchsten Punkt sogar 214 Meter.

Bei meinem damaligen Besuch bestand noch die Möglichkeit bis an den Rand der Klippen zu treten, sich auf den Boden zu legen, direkt in den Abgrund hinunter zu schauen und zu beobachten, wie das Meer gegen die senkrechten Mauern kracht. Jetzt, glaube ich, gibt es einen Wanderpfad an den Klippen entlang.

Von den Cliffs of Moher ging, in einer rund drei stündigen Fahrt, zurück nach Dublin. Anfang sowie Ende meiner Tour.

Wenn ihr euch in Irland einen Mietwagen besorgt, bedenkt, dass es neben dem Linksverkehr teilweise auch verdammt enge Straßen gibt. Einmal kam uns ein Lastwagen auf einer Landstraße entgegen und wir mussten halb ins Feld ausweichen, da er sonst nicht vorbei gekommen wäre. Größtes Abenteuer in Dublin war wohl der achtspurige Kreisverkehr, der nach dem Flughafen folgte und in dem wir eine extra Runde gedreht hatte, bis wir ihn endlich verlassen konnten.

Das Kurioseste, das ich zum essen gesehen hatte war nicht Haggis – Schafsmagen, der mit allerlei Innereien gefüllt ist – sondern frittierte Mars-Riegel. Ja, es gibt sie wirklich. Allerdings habe ich sie genauso wenig probiert, wie Haggis.

Irland lohnt sich immer für einen Besuch. Das Wetter mag etwas regnerisch sein, dafür ist die Landschaft der absolute Wahnsinn. Die Leute sind teilweise hart, aber herzlich und es gibt viel zu entdecken.

Bis dahin, go dté tú slán und fröhliches Reisen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0