NEW YORK, NEW YORK - ODER AUCH "DER ORT AN DEM ICH MIR DIE FÜßE PLATT GELAUFEN HABE"

Wer kennt sie nicht, die Stadt, die niemals schläft. New York City. Die Stadt, in die jeder einmal möchte, die jeder einmal gesehen haben muss, in der man vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann. Und jetzt komme ich und sage euch, New York muss ich nicht unbedingt noch einmal sehen. Ja, ihr habt richtig gelesen. Es war schön, New York einmal live zu erleben. Die Wolkenkratzer und Skyline von Manhattan wirft einen um, der Central Park ist wirklich toll, aber ansonsten war es definitiv nicht der interessanteste Ort, an dem ich jemals war.

Kommen wir erst einmal zur Anreise. Ankunftsflughafen war Newark International Airport in New Jersey, von da aus ging es mit dem Shuttle, durch den Holland Tunnel, rüber nach Manhattan. Der Shuttle, den wir organisiert hatten, war für mehrere Hotels, weshalb wir auch gut 1 ½ Stunden brauchten, bis wir an unserem Hotel ankamen. Beim Rückflug hätte uns das fast noch den Flug verpassen lassen, mehr hierzu später.


Unser Hotel hatte eine ziemlich gute Lage. Und zwar am Broadway, in der Nähe vom Central Park, Upper West Side. Das Hotel Marrakech. Eigentlich kann ich das Hotel empfehlen. Die Lage war wirklich einmalig gut und der Preis war, für New York, ebenfalls in Ordnung. Bei booking.com gibt es das Doppelzimmer schon für 71 Euro pro Person / pro Nacht. Direkt neben dem Hotel befindet sich ein Starbucks und auf der anderen Straßenseite, ein paar Meter die Straße weiter runter, gibt es das Metro Diner. Ein typisches, amerikanisches Diner, in dem Berge von Pancakes, French Toast oder Eiern serviert werden. Beim Hotel Marrakech ist nämlich kein Frühstück mit dabei. So gut wie kaum ein – bezahlbares - Hotel in New York bietet noch Frühstück an. Das Hotel an sich sah gut aus, alles ist im marokkanischen Stil gehalten, jedoch es ist wirklich eng. Typisch New York eben.

Unser Zimmer hatte ein Queensize Bett, um das Bett herum war noch genug Platz, um zwei Koffer unterzubringen. Das Bad war nicht besonders groß, aber sauber. Außerdem war es relativ laut im Hotel, die Bodendämmung war nicht die Beste und man konnte den Nachbarn schon einmal beim Streiten zuhören. Die Angestellten wiederum waren sehr freundlich und zuvor kommend.

An unserem ersten Morgen ging es, nach dem Frühstück, sofort in den Central Park und dort habe ich ein Phänomen erlebt, dass mich wirklich zum Staunen gebracht hat. New York ist laut. Überall Autos, Stau, Menschen brüllen durch die Gegend, es ist hektisch, aber sobald man die Mauern des Central Park passiert, lässt man das alles hinter sich. Ich habe keine Ahnung, ob die Mauern um den Central Park herum ein bestimmte Schalldämmung haben oder nicht, aber es ist wirklich faszinierend. Der Lärm schiebt sich sofort in den Hintergrund, man ist in der grünen Natur und sogar die Abgasgerüche werden gegen den frischen Duft nach Gras ausgetauscht. Was macht New York mit dem Central Park? Gibt es da Febreze Lufterfrischer an jedem Eingang? Ich weiß es nicht, aber es hat mir wirklich gut gefallen. Vor allem kann man den ganzen Tag durch den Park laufen, man kommt niemals an der gleichen Ecke zweimal vorbei, denn er ist riesig.

Ein Stückchen entfernt vom Central Park, auf der Eastside der Stadt, befinden sich das American Museum of Natural History. Genau, das Museum, das im Film Night at the Museum die Hauptrolle gespielt hat und ich kann euch sagen, ungefähr neunzig Prozent der Besucher statten dem Museum genau wegen diesem Film einen Besuch ab. Ich ebenfalls. Dort fand allerdings auch eine meiner ersten Enttäuschungen während meines New York Aufenthalts statt. Ganz im Gegenteil zum Natural History Museum in London, ist das Museum in New York nicht kostenlos. Man bezahlt ganze 22 Dollar / 20 Euro und dann sieht das Museum nicht einmal aus wie im Film. Die ganze Ausstellung kam mir ziemlich durcheinander vor und um mich herum hörte ich immer wieder Menschen murmeln 'das sieht ja gar nicht aus wie im Film.', 'Wo ist das große Skelett vom T-Rex?'. Wo auch immer der Film gedreht wurde, sicherlich nicht in diesem Natural History Museum oder sie haben danach einfach ganz schnell umgebaut. Also, spart euch das Geld und investiert es lieber in einen Besuch des Observation Deck des Empire State Building. Ja, dass muss man auf jeden Fall gesehen haben, wenn man in New York war. Der Preis hat es in sich. Mittlerweile kostet der Spaß 32 Dollar / 29 Euro wenn ihr nur bis zum 86th Floor wollt – was auch völlig ausreichend ist. Weiter hoch zahlt ihr gleich nochmal 20 Dollar mehr. Das Empire State Building hat von 8 Uhr in der Früh bis 2 Uhr Nachts geöffnet. Ich war damals direkt um 8 Uhr in der Früh vor Ort und es gab so gut wie kaum Wartezeit. Nachts kann ich mir den Ausblick auch sehr spektakulär vorstellen, allerdings weiß ich nicht, wie lange dann die Wartezeiten vor Ort sind.

Ja, New York City ist teuer. Die Attraktionen, das Essen gehen. Vielleicht empfiehlt es sich sogar, ein Ferienapartment zu buchen, dann kann man vor Ort für sich selbst kochen und dadurch eventuell etwas Geld sparen.

Einen Tipp kann ich euch auf jeden Fall noch geben, bei dem ihr Geld sparen könnt und zwar geht es um die Statue of Liberty. Man kann ja bekanntlich direkt nach Liberty Island schippern und dann bis rauf in den Kopf der alten Lady laufen. Das Ganze kostet dann 28 Dollar / 25 Euro. Ihr könnt die gute Dame allerdings auch völlig kostenlos aus der Nähe betrachten und zwar mit derStaten Island Ferry. Eine Fähre, die mehrmals täglich zwischen Manhattan und wie der Name schon sagt, Staten Island, hin und her pendelt. Dabei kommt sie ziemlich nah heran an die Statue of Liberty und man hat einen spektakulären und fototrächtigen Ausblick auf Miss Liberty. Wie schon erwähnt, die Fähre ist komplett kostenlos, also spart euch diese 28 Dollar und macht einen kleinen Ausflug nach Staten Island.

Was ebenfalls noch kostenlos ist, ist der Weg über die Brooklyn Bridge nach, nun ja, Brooklyn eben. Die Hängebrücke ist fast 2 Kilometer lang und führt von Manhattan über den East River. Natürlich hatten wir uns für unsere Wanderung über die Brooklyn Bridge den heißesten Tag unserer Reise ausgesucht, denn es hatte über dreißig Grad. An und für sich sind über dreißig Grad ja nicht schlimm, aber wenn man 2 Kilometer in praller Sonne wandert und einem dabei die verrückten New Yorker beim joggen überholen, dann ist es schon ein wenig müßig. Drüben in Brooklyn angekommen, kollabiert man zuerst und erst danach kann man das Viertel erst genießen. Brooklyn ist ein schönes Eckchen. Es gibt kleinere Häuser und alles hat mehr Ähnlichkeit mit einer Vorstadt, als in Manhattan. Direkt unter der Brooklyn Bridge befindet sich die berühmte Grimaldi's Pizzeria, die auch in so manchen Reiseführer erwähnt wird. Spart euch den Besuch, wenn ihr nicht eine halbe Ewigkeit anstehen wollt um den Laden überhaupt betreten zu können.

Leider Gottes muss man ja die 2 Kilometer auch wieder zurück, drüben gesellt man sich dann zu den anderen Touristen, die alle am Boden sitzen, mit hochrotem Kopf und die besten Kunden der Eiswasserverkäufer sind.

Überhaupt waren wir viel zu Fuß unterwegs und ein paar dieser berühmten Blocks, von denen jeder so spricht, können sich schon ziehen. Den die U-Bahn in New York hat ihre ganz eigenen Regeln. Es kommt gut und gerne vor, dass zehn Blocks ausgelassen werden und man dann erst einiges hinter seiner eigentlichen Station zum aussteigen kommt und somit den ganzen Weg wieder zurück laufen muss, also packt gute Schuhe ein.

Viele Leute kommen ja auch nach New York um vor Ort zu shoppen. Ich muss sagen, preislich konnte ich in Sachen Kleidung keinen großen Unterschied mehr zu Deutschland erkennen. In Sachen Elektronik ist das vermutlich noch etwas anderes, aber zum reinen Klamotten-shopping brauch man, meiner Meinung nach, nicht nach New York fliegen.

Was sich auf jeden Fall noch lohnt ist ein Besuch des Künstlerviertels SoHo, unter anderem auch ein Hotspot für viele Filmdrehs aufgrund der Cast-Iron Fassaden der Häuser. Also die Häuser, deren Feuertreppen entlang der Fassaden verlaufen.

Mein Fazit zu New York City ist jedenfalls, dass die Stadt zwar interessant ist, dass es aber auch nach ein paar Tagen wieder reicht, man von so manchen Punkt auf seiner Liste enttäuscht wird und man definitiv einen dicken Geldbeutel mitnehmen muss.

Ach ja, ihr wollt sicher noch wissen, was es mit dem fast verpassten Heimflug auf sich hat. Nun ja, der shared Shuttle, den wir auch für die Rückfahrt zum Newark Airport organisiert hatten, kam einfach nicht. Ich musste erst einmal in New York herum telefonieren, vor einer Gruppe höchst interessierter Hotelgäste und einigen Hotelangstellen in der Lobby, bis der Shuttle dann endlich 1 ½ Stunden später bei unserem Hotel eintraf und uns einsammelte. Wir haben unseren Flug zwar noch geschafft, aber auch nur noch mit Mühe und Not.

Das waren sie auch schon, meine Eindrücke zur Stadt, die niemals schläft. Genießt noch meine kleine Galerie zum Abschluss.

Bis dahin, fröhliches Reisen.

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