REISEDUELL - ENGLAND VS. IRLAND

Zeit für das Reiseduell, auf das jeder gewartet hat. Großbritannien gegen Irland. Insel gegen Insel. Fuller's gegen Guinness. Dieser eine Akzent gegen, naja, den anderen Akzent.

London gegen Dublin

Lasst uns nicht weiter Zeit verschwenden. Als erstes werde ich euch ein paar harte Fakten zu beiden Metropolen liefern. London hat dreiunddreißig Distrikte, es leben mehr als 8.5 Millionen Menschen in der Stadt und es ist die größte im gesamten Vereinigten Königreich, sogar eine der größten Städte in Europa. Dublin, auf der anderen Seite, hat vierundzwanzig Distrikte, 528.000 Bewohner und ist die größte Stadt Irlands. London hat die berühmte Themse und Dublin den River Liffey.


Einige von euch werden es sicher schon wissen, ich habe von 2009 bis 2010 in London gelebt und bin seither noch viele weitere Male in der Stadt gewesen. London ist ein Teil von mir und obwohl der Tourismus, sowie die Lebenskosten, in den letzten zwei Jahren noch mehr zugenommen haben, wird es immer zum Teil mein Zuhause bleiben. Wenn ich euch all die Dinge auflisten würde, die man in London unternehmen könnte, dann würde es eine endlos lange Liste werden, deshalb versuche ich mich an die wichtigsten Orte/Unternehmungen zu halten.

Horse Stable Markt in Camden Town
Horse Stable Markt in Camden Town

Wenn ihr eine günstige Tour durch die Stadt wollt, dann holt euch eine Karte für die öffentlichen Verkehrsmittel, kauft eine Oyster Card und springt auf einen der vielen Busse, die durch London fahren. Oyster Cards sind ähnlich wie Kreditkarten, allerdings nur für die Öffentlichen Verkehrsmittel von London. Man lädt sie mit einem ausgewählten Betrag auf und benutzt sie, während man mit dem Bus oder der Tube fährt. Wollt ihr schnell irgendwo hin kommen? Dann nehmt die Tube! Wollt ihr viel von der Stadt sehen? Dann ist es der Bus. Ihr könnt damit eine Tour kreuz und quer durch London machen. Wenn ihr gut zu Fuß seid, dann startet am Oxford Circus, lauft runter zum Piccadilly Circus, überquert danach den Trafalgar Square, lauft die Horse Guards Parade entlang, vorbei an der Downing Street (dort wohnt der Premierminister), bis ihr bei Westminster Abbey und Big Ben ankommt. Danach könnt ihr schon gut die Hälfte aller wichtigen Sehenswürdigkeiten von London abhaken und das, ohne auch nur einen einzigen Pfund auszugeben. Wenn ihr immer noch gut zu Fuß unterwegs seid, dann empfehle ich euch an der Themse von Westminster Abbey bis zur Tower Bridge entlang zu laufen. Ihr kommt am London Eye, der Millennium Bridge, London Bridge und dem Queen's Walk vorbei. Am besten lauft ihr Nachts, da die Lichter entlang der Route einfach umwerfend sind.

Wenn ihr eine traditionelle Tea Time genießen wollt, dann fahrt nach Covent Garden und besucht die BB Bakery. Ein wunderschön eingerichtetes Café mit Liebe zum Detail. Genießt ein paar Cupcakes und einen Pott Tee, serviert auf alten, geblümten Porzellan, entspannt in einem der antiken Sessel und beobachtet die Menschen.

In der Nähe von Covent Garden befindet sich auch Neal's Yard. Eine bunte und versteckte Gasse mit kleinen Läden und Cafès, die gesündere Waren als einen Cupcake anbieten. Mein liebster Markt ist der Borough Market nahe der London Bridge. Er ist einer der ältesten Lebensmittelmärkte der Stadt mit vielen verschiedenen Ständen, die frischzubereitetes Essen aus ganzer Welt bieten. Ich weiß, dass die meisten Menschen sagen, die Briten hätten keine Essenskultur, diese Menschen waren nur einfach noch nicht an den richtigen Orten.

Das Nachtleben in London hat ebenfalls alles zu bieten, was das Herz begehrt. Wenn ihr tanzen wollt, dann empfehle ich Camden Town. Tagsüber ein riesiger Markt, Abends verwandelt sich die Geschäfte in Clubs. Das beste Pub, das nicht an die Sperrstunde um Mitternacht gebunden ist, ist das O'Neills direkt hinter China Town. Live Musik und viel Cider. Wenn ihr nach einer wilden Partynacht am nächsten Tag etwas Ruhe braucht, dann schnappt euch eine Decke und ein gute Buch und besucht einen der Unmengen von Parks, die man in London so finden kann und genießt die Sonne – ja, London hat auch Sonne zu bieten. Ich habe sogar schon mehr 30° Celsius dort erleben dürfen – oder beobachtet einfach nur die Menschen. Obwohl es viele Geschichten darüber gibt, dass der Londoner an sich nicht gerade sehr freundlich sei, kann ich nur positives über meine Kontakte berichten. Außerdem habe ich immer die Mischung aus alter Architektur und moderner Technologie genossen und egal zu welcher Jahreszeit man in London ist, es hat immer seinen Charme.


In Dublin war ich erst zwei mal. Einmal im Mai und das andere Mal im Februar und obwohl ich erst diese zwei Mal dort war, habe ich alle vier Jahreszeiten dort erlebt. Februar war kalt und verschneit und Mai? Nun ja, es gab Regen – viel Regen – und an manchen Tagen wurde es sogar sehr warm und sonnig, gefolgt von herbstähnlichen Stürmen und sogar Hagel. Es ist also wahr, was über das verregnete irische Wetter erzählt wird, allerdings gehört das zur einzigartigen Irland-Erfahrung mit dazu und macht das Land zu dem, was es ist. Dublin ist ein wenig verschlafen, bis auf den Künstlerdistrikt Temple Bar. Dort ist es bunt, lebend und sprüht vor Leben, Musik und Kultur. Wahrscheinlich, da es sich auch um den Bezirk handelt, der bei Touristen am beliebtesten ist. Mir hat Temple Bar jedenfalls sehr gut gefallen. Ich hatte mich in die bunten Häuser und Pubs verliebt und es auf jeden Fall ein Anblick, den man gesehen haben sollte wenn man Dublin besucht. Woran denkt man noch als erstes, wenn jemand über Dublin spricht? Richtig, Guinness. Das berühmte Schwarzbier mit der öligen Textur und der perfekten, weißen Schaumkrone.


In Dublin findet man das Guinness Storehouse. Dort geht man auf eine Tour durch die Vergangenheit der Braukunst und bekommt am Schluss, auf dem Dach, ein kostenloses Guinness serviert. Meiner Meinung nach, muss man das Storehouse nicht unbedingt sehen. Die Tour ist nett aufgebaut, aber ich empfand den Besuch als etwas langweilig und auf das Risiko hin, dass jeder Ire mich jetzt hassen wird: Ich mag einfach kein Guinness. Ich bin allgemein keine Biertrinkerin und der bittere Geschmack von diesem, ist erst recht nichts für mich. Jeder hat seinen eigenen Geschmack. Das Unterhaltsamste, was ich in Dublin erleben durfte, war das National Wax Museum. Für irische Verhältnisse ist der Eintritt relativ günstig – 12 Euro – und was ihr da drinnen zu sehen bekommt, bringt euch sicherlich zum lachen. Eine der Wachsfiguren sind recht dürftig konstruiert und nichts im Vergleich zu Madamè Tussauds (Nun ja, im Gegenzug ist Madamé Tussauds auch bedeutend teurer) aber wenn ihr nicht wisst, was ihr unternehmen sollt oder euch das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht, ist es definitiv eine lustige Abwechslung.

Madame Tussauds, London
Madame Tussauds, London
National Wax Museum, Dublin
National Wax Museum, Dublin

Was gibt es sonst noch so in Dublin? Natürlich das Trinity College. Das Universitätsgelände ist wirklich schön und auch ein bisschen beeindruckend, ebenso wie der berühmte Longroom der Bibliothek. Eine der größten und ältesten der Welt.

Dublin – Irland im Allgemeinen – ist ebenfalls teuer. Sehr teuer sogar. Das erste Mal, als ich in einem irischen Supermarkt gestanden bin, ist mir jedenfalls die Kinnlade herunter gefallen. Ich rate euch, euch eine Unterkunft mit Küche zu suchen, damit ihr euch selbst versorgen könnt. Es ist immer noch günstiger, als immer Essen gehen zu müssen und trotzdem, wenn ihr nicht verhungern wollt, spart euch etwas Geld an. Alles in Allem ist Dublin eine nette Stadt, toll für Künstler, aber ich muss sagen, es ist nicht der beste Ort gewesen, an dem ich jemals war. Irland selbst hat bedeutend schönere Orte die es zu sehen und zu besuchen gibt.


Also, alle Punkte an London dieses Mal. Es mag zwar teurer geworden sein und mehr Tourismus haben, als Dublin, aber es gibt soviel mehr zu sehen und zu unternehmen und außerdem hat London Pret A Manger, mein liebster Natural Food Store (Okay, vielleicht war ich in diesem Reiseduell nicht ganz objektiv.). Irland ist definitiv einen Besuch wert, aber wenn ihr dort herum reist, gibt es bessere Orte als Dublin zu sehen. Wie zum Beispiel der Ring of Kerry, Kilkenny oder Cork.

Bis zum nächsten Mal, fröhliches Reisen.

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