REISEDUELL - KUBA VS. DOMINIKANISCHE REPUBLIK

Varadero gegen Punta Cana

Zeit für ein weiteres Reiseduell. Dieses Mal gibt es nur eine Runde, ich darf euch also die Gegner vorstellen.

In der linken Ecke unseres Boxringes ist Varadero auf der Hicacos Halbinsel, Nordküste Kuba. In der rechten Ecke steht Playa Bávaro, Punta Cana auf der Ostseite der Dominikanischen Republik.

Let's get ready to rumble.

Meine beste Freundin und ich haben im Jahr 2015 beide Länder besucht. Zuerst die Dominikanische Republik, gefolgt von Kuba und ich muss sagen, der Unterschied zwischen beiden Orten könnte kaum größer sein.

Ich wusste, dass Punta Cana eine Touristengegend ist, mehr Informationen hatte ich allerdings nicht und ich habe mir auch nicht mehr besorgt. Ich habe Playa Bávaro gegoogelt und der Strand sieht einfach unglaublich aus. Weißer Sand, helles, türkisfarbenes, karibisches Wasser und Palmen. Da meine Freundin und ich unbedingt einmal einen verträumten Karibikstrand besuchen wollten und Punta Cana verhältnismäßig günstig war, entschieden wir uns dazu, vier Nächte vor Ort zu bleiben.


Ich suchte nach einem etwas kleinere Hotel und war auch der Ansicht, eines gefunden zu haben. Es sah nicht zu groß auf den Bildern im Internet aus, hatte gute Rezensionen und schien keiner dieser überlaufenen Bunker zu sein.

Da wir von Costa Rica aus in die Dominikanische Republik reisten, flogen wir von Liberia, über Panama, mit dem Ziel Punta Cana International Airport. Flüge die aus Costa Rica raus gehen sind nicht die günstigsten und ich habe keine Ahnung, warum es keinen Direktflug von Liberia aus gab, denn jeder einzelne war mit einer Zwischenlandung in Panama. Nun ja, daran gibt es auch nicht groß etwas zu beanstanden, Panama ist ein guter Flughafen. Malerischer Landeanflug. Man fliegt an den Wolkenkratzern Panama City's vorbei, macht dann eine große Drehung und landet letztendlich über dem Dschungel. Die Angestellten vor Ort sind freundlich, es gibt nichts Schlechtes zu berichten. Unser Flug von Panama weiter nach Punta Cana war auch nicht der schlimmste, den ich jemals hatte. Wir konnten unseren Sitzplatz kostenlos beim Notausgang reservieren, allerdings teilte uns die Crew mit, dass wir dort nicht bleiben könnten, da wir nicht perfekt Spanisch sprechen würden. Nun ja, sie haben uns dann kostenlos in die Businessklasse gesetzt, anstelle der Economy, darüber kann man sich dann auch nicht beschweren. Ich bin noch nie in meinem Leben in der Businessclass geflogen und ja, dort gibt es echtes Besteck. Keine Plastikgläser, sonder das richtige Zeug, aus echtem Glas – danke dafür, Copa Airlines ;)

 

Ich hatte uns einen Transport zum Hotel organisiert, der ebenfalls sehr freundlich war und einwandfrei funktioniert hat. Und dann kamen wir am Hotel an.

Mitten in der Nacht, schon nach Mitternacht um genau zu sein. Wir stiegen aus dem Taxi aus, trugen unsere legeren Klamotten, da wir gerade erst den Costa Ricanischen Dschungel verlassen hatte, zogen unsere verdreckten Koffer hinter uns her und dann standen wir da. Inmitten von etwas, das man nicht einmal mehr als Eingangshalle bezeichnen kann. Es war riesig. Die Deckenhöhe betrug mindestens zehn Meter. Alles glänzte, überall waren Leute. Musik. Es sah sehr schön aus, aber wir beide wirkten so, als würde wir so gar nicht in das Bild passen wollen.

 


Wir machten uns also auf den Weg zu Rezeption, die Blicke der Gäste auf uns, da wir keine netten Kleider für den Abend trugen und wollten nur noch auf unser Zimmer. Der Angestellte war wiederum sehr freundlich und hieß uns willkommen, aber ich war mir nicht wirklich sicher, ob ich ihn richtig verstanden hätte, als der nette Herr uns mitteilte, dass der Shuttle Bus gleich kommen würde uns uns zu unserer Zimmergegend bringen würde. Es wurden Blicke ausgetauscht, die Augenbrauen hochgezogen, vielleicht hatten wir ihn falsch verstanden.

 

Hatten wir nicht.

Es gab tatsächlich einen Shuttle Bus, der die Leute durch das Hotel transportierte. Kein Wunder! Der gesamte Hotelkomplex war riesig, eingezäunt und ummauert. Unser Zimmer war ebenfalls ziemlich groß und wir sind beide nur noch in unsere Betten gefallen – todmüde.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zum Frühstücksraum, eher Saal. Zurückblickend muss der Ausdruck auf unseren Gesichtern unbezahlbar gewesen sein. Man könnte fast sagen, dass wir einen Kulturschock hatten. Das Hotel hatte im Internet in keinster Weise so riesig gewirkt. Versteht mich nicht falsch, es sah nett aus, aber es war einfach nicht das, was wir erwartet hatten. Wir waren unser kleines Paradies in Costa Rica, mitten im Dschungel zwischen den wilden Tieren, gewohnt. Nicht tausende von Menschen in einer riesigen Anlage. Das Essen war in Ordnung. Ziemlich amerikanisch. Dann begaben wir uns an den Strand. Überall Musik, überall Menschen. Ich muss mich wirklich fragen, wer dorthin fliegt um zu entspannen? Alles ist immer in Bewegung und komplett überfüllt.

Playa Bàvaro selbst ist sehr schön. Weißer Sandstrand, kaum Wellen, echtes, karibisches Wasser und Palmen, allerdings bin ich es einfach nicht gewohnt, wie Sardinen nebeneinander am Strand zu liegen. Wir konnten auch nicht das Hotel verlassen. Wir hatten uns mit einem Typen aus Santo Domingo, die Hauptstadt der Dominikanischen Republik, unterhalten und er riet uns, dass Hotel auf keinen Fall alleine zu verlassen, es sei zu gefährlich. Wenn ich einen Ort irgendwo auf der Welt besuche, dann möchte ich auch die Kultur dort kennenlernen, in Punta Cana hatten wir dazu nicht die Möglichkeit. Nun ja, ich habe meine Lektion gelernt. Erst besser informieren, dann reisen.

Nach diesen vier Tagen sind wir dann nach Kuba geflogen. Zuerst blieben wir ein paar Tage in Havanna, dann ging es mit dem örtlichen Bus, dem Víazul, nach Varadero. Sehr empfehlenswerte Art zu Reisen. Billig und komfortabel. Wir hatten beide befürchtet, dass uns selbiges Schauspiel wie in Punta Cana in Varadero erwarten würde. Zu unserer Erleichterung, war das nicht der Fall. Das Hotel war wesentlich kleiner als in Punta Cana. Das Zimmer war unglaublich toll. Ich hatte noch nie ein so schönes Hotelzimmer wie in Varadero. Hotels auf Kuba sind ziemlich billig.


Man muss nur die Anbieter vergleichen und kann damit jede Menge Geld sparen. Das Essen war ebenfalls ziemlich gut. Wir hatten nicht viel erwartet, wurden jedoch überrascht.

Auf der einen Seite des Hotels befand sich ein Hafen, auf der anderen der Strand. Es war ein öffentlicher Strand und wir brauchten circa fünf Minuten zu Fuß, über eine Brücke, um dort hin zu kommen. Aufgrund der Tatsache, dass es ich eben um einen öffentlichen Strand handelte, gab es dort kein Animationsprogramm. Es war nur ruhig, nicht zu viele Menschen. Genug Platz zwischen jedem. Kein Sardinen-Gefühl.

Ich habe noch nie einen schöneren Strand gesehen, als den in Varadero. Es ist dort sogar noch karibischer als in Punta Cana. Überall Palmen, Wasser, dass alle Schattierung von Blau hat, die man sich nur vorstellen kann. Sehr seicht, keine Wellen und so klar, dass man sich fühlt, als würde man durch flüssiges Glas laufen. Es gibt keine Ebbe und Flut und somit auch kaum Strömungen. Sogar der Sand war an diesem Strand noch weißer.

Ich habe an diesem Strand die entspanntesten Tage meines Lebens verbracht. Es ist wie in einer anderen Welt. Das Hotel selbst war ebenfalls nicht zu überfüllt. Es gab zwar Musik und manchmal so etwas wie Animationsprogramm, aber niemals zu viel davon.


Wahrscheinlich habt ihr es schon erraten, aber dieses Mal muss Punta Cana sich geschlagen geben. Alle Punkte gehen an Kuba. Ein wunderschöner und besonderer Ort. Es ist eine Zeitreise. Man kann die Architektur genießen, die Landschaft und die freundlichen Menschen. Wenn ihr Lust auf Party habt, dann auf nach Punta Cana. Playa Bávarao ist ebenfalls sehr schön, kann allerdings nicht mit Kuba mithalten. Sei nicht beleidigt, Dominikanische Republik, wie sagt man so schön? If you haven't had Mama Juana, you haven't been to Punta Cana – also, nehmt noch einen Schluck 

Bis dahin, fröhliches Reisen.

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