REISEDUELL #1 - DEUTSCHLANDS SCHÖNSTE INSEL RÜGEN VS. COSTA RICANISCHES TROPENFLAIR IN MITTELAMERIKA

Die kommende Woche wird zum Duell aufgerufen: Urlaub in Deutschland gegen Urlaub in Mittelamerika. Let's get ready to rumble – wir eröffnen Runde eins:

Hanging Bridges, Costa Rica gegen Baumwipfelpfad, Deutschland

Egal, wo man sich auf der Welt befindet, die Attraktionen sind sich doch immer irgendwie ähnlich. Im April war ich mal wieder zu Besuch in einem meiner liebsten Länder dieser Welt: Costa Rica.

Und dieses Mal ging es, über Stock und Stein (wortwörtlich), rauf in die Berge nach Monteverde, wo der Selvatura Park zu finden ist. Das Highlight des Parks sind natürlich die Hanging Bridges und der Canopy-Pfad, der außen um die Brücken herum führt. An's Zip-lining hab ich mich dieses Mal noch nicht gewagt, aber auf den Brücken war ich natürlich unterwegs.


Die Anreise nach Monteverde ist eine nicht ganz einfache. Die Straße ist steil, steinig und so gut wie kaum geteert und man muss einiges an Zeit für den Aufstieg mit einplanen, aber ist man einmal oben, lohnt es sich nicht nur wegen dem Ausblick. Das Klima in Monteverde ist dem Europäischen sehr ähnlich. Nachts kühlt es auf bis zu 18° ab und tagsüber kommt man auf nur rund 30°.

Im Selvatura Park gibt es acht Brücken, die man überqueren kann. Sieben davon führen mitten durch die Baumkronen und durch den Dschungel hindurch, die Höchste und Längste über den Wipfeln hinweg. Zwischendurch läuft man durch die vielfältige Natur, in der man auch einige Tiere entdecken kann. Teilweise gestaltet sich dies als etwas schwierig, da die Canopy Tour außen um den Park herum, natürlich zu hören ist und so manches Tier verschreckt, trotzdem lief mir ein Nasenbär über den Weg und ein paar bunte Vögel gab es auch zu sehen.

Die Brücken selbst sind schon etwas abenteuerlich und in Deutschland würde der TÜV wohl streiken, bei den Zuständen der Seile und Gitter. An manchen Stellen ist der Gitterboden der Brücken schon durchgetreten und mit einfachem Drahtseil und ausgeschnittenem Gitter ausgebessert, auch die Brücken selber quietschen und schwanken ziemlich. Ich finde allerdings, dass es dem Ganzen einen kleinen Kick verleiht und ich habe mich trotzdem komplett sicher gefühlt, auch in ziemlich schwindelerregender Höhe. Der Preis des Parks ist ein großer Minuspunkt. Wir waren zu dritt, haben den Preis mit Einheimnischenrabatt gezahlt und mussten trotzdem pro Person 20 Dollar ( rund 18 Euro) blechen, anstelle von regulär 30 Dollar (26 Euro).

Ansonsten gibt es nicht wirklich viel zu bemäkeln. Man fühlt sich als wäre man im Dschungelbuch unterwegs und die Schlange Kaa wartet nur auf einen. Wir waren schon relativ früh am Morgen da und es war nicht zu überlaufen. Als wir, gegen Mittag, den Park verlassen hatten, kamen langsam die Touristen eingetrudelt. Es empfiehlt sich also, morgens anzutreten, da der Park auch nur bis 16 Uhr geöffnet hat.


Gegner im heutigen Park-Duell ist der Baumwipfelpfad in Prora, auf Rügen, den ich Anfang Mai besucht habe. Prora ist weniger spektakulär, natürlich ist alles viel besser ausgebaut und es handelt sich um eine Holzbrücke und keine Hängebrücken, die durch das Naturschutzgebiet führt, aber trotzdem erwartet einen eine tolle Aussicht über das Rügener Land und die Ostsee. Beim Eintrittpreis punktet Prora. Pro Person kostet der Spaß 10 Euro und es gibt zum Parkticket einen Gratis Pott Kaffee oder Tee im Anschluss, außerdem ist der Pfad komplett Barrierefrei.Im Kreis geht es nach oben auf Höhe der Baumkronen und da bleibt man auch erst mal. Der Pfad ist immer wieder mit kleinen Hürden ausgestattet, die man aber auch umgehen kann.


Nach einiger Zeit geht es dann, im Kreis, weiter nach oben auf 40 Meter und man überblickt das Naturschutzgebiet bis hin zur Küste der Insel. Obwohl es ein Feiertag war, war der Park nicht überlaufen und man musste sich nicht durchdrängen oder warten.

Großes Minus – für mich als Hundebesitzerin und -liebhaberin ist die absolute Hundeunfreundlichkeit des Parks. Hunde dürfen nicht einmal auf's Gelände mit und wenn man ihn noch doch dabei hat, muss man entweder draußen bleiben oder sperrt sie in eine Holzbox auf dem Parkplatz – für mich einfach ein Unding.


Mein Fazit: Der Punkt in dieser Runde geht an Costa Rica.

Zwar punktet Prora in Sachen Zugänglichkeit und Preis und mit einer bombastischen Aussicht, aber den Costa Ricanischen Dschungel, die Artenvielfalt und das Abenteuer kann der Baumwipfelpfad einfach nicht schlagen. Dennoch ist auch Prora eine Reise wert.

Bis dahin, fröhliches Reisen.

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