HAVANNA - EINE REISE IN DIE VERGANGENHEIT

Wir bleiben noch auf Kuba, um genauer zu sein: in Havanna.

Havanna ist wie eine kleine Zeitreise. Hier ticken die Uhren noch anders, was man äußerlich zu sehen bekommt, aber auch an den Menschen selbst. Sie sind offen, freundlich und wissbegierig und meine beste Freundin und ich, wir wurden mit offenen Armen empfangen.

Die Stadt selbst ist eine kontrastreiche, teilweise auch schockierende, Mischung aus Zerfall – im Durchschnitt brechen acht Häuser in Havanna pro Tag zusammen - und der prunkvollen Architektur aus vergangenen Zeiten. Stuck, bunte Farben, detailverliebte Bauten, aber auch Stromkabel, die auf dem Boden neben Pfützen hängen und Menschen, die arglos daran vorbei laufen. Oldtimer, die teilweise noch wunderbar erhalten sind und teilweise auch nur noch von Panzertape zusammen gehalten werden. Eines der Autos, das ich gesehen habe, hatte seinen Außenspiegel nur noch mit einem Stock und einem Seil befestigt.


Auch Internet gibt es nicht an jeder Ecke.

Wir hatten in unserem Hotel WLAN. Um es zu nutzen, mussten wir für rund 4,00 CUC (ca. 3,50 Euro), das ist der Peso Cubano Convertible, die Währung, die man als Tourist auf Kuba erhält (an die Einheimischen-Währung CUP ist als Tourist kein rankommen - am besten wechselt ihr Dollar nach euerer Ankunft am Flughafen um), eine Karte kaufen und hatten damit zwei Stunden Zugang zum Internet. Heißt allerdings noch nicht, dass man auch rein kommt in das liebe Internet. Man hat einen Zugangscode und ein Passwort, muss sich einloggen und dann tickt die Uhr runter. Man kann sich auch zwischendurch wieder ausloggen und die restliche Zeit später nutzen, allerdings ist die Verbindung meist sehr schlecht. Dort wo es Internet gibt, sind viele Menschen, denn die Einheimischen suchen sich solche „Hotspots“ und kaufen sich dort Karten, um selbst ein bisschen Zugang zum Internet zu haben. Das Internet auf Kuba wird vom Staat geliefert, es gibt nur diese eine Möglichkeit, also kommt ein Wechsel zu einem besseren Anbieter gar nicht erst in Fragen.


Havanna ist eine riesige Stadt und wir waren leider viel zu kurz vor Ort, um alles sehen zu können. Es gibt das Viertel Old-Havanna und New-Havanna, am besten kann man die ganze Stadt natürlich mit einem Oldtimer Taxi erkunden. Die stehen an jeder Ecke und man kann sich das schönste aussuchen und sogar einen recht guten Preis heraus handeln. Im übrigen sind die Oldtimer Taxis von Haus aus günstiger als die neuen.

Vom Flughafen zum Hotel hatten wir uns ein neues Taxi genommen und 30 CUC bezahlt (26 Euro), bei unserer Fahrt zur Busstation des Víazul, ebenfalls durch die halbe Stadt, sind wir mit einem Oldtimer Taxi gefahren und haben nur 10 CUC ( 8 Euro) gezahlt, auch hier kann man gut handeln und außerdem muss man einfach mal mit so einem Oldtimer gefahren sein wenn man in Havanna ist, auch wenn es manchmal eine recht abenteuerliche Sache sein kann.

Es gibt in Havanna zwei Arten von Restaurants. Staatlich unterstütze und somit auch schöner aussehen Restaurants und die, welche nicht vom Staat unterstützt werden. Es empfiehlt sich immer, ein nicht-staatliches Restaurant zu besuchen. Die sehen zwar nicht immer unbedingt einladend oder überhaupt wie ein Restaurant aus, aber das Essen ist dort bedeutend besser als in den staatlichen.

Wenn ihr euch selbst etwas zu essen kaufen wollt, wird es schon schwieriger. Supermärkte gibt es nämlich nicht. Es gibt ein paar Läden, die alles anbieten, ähnlich wie bei einem Tante-Emma-Laden. Von einigen Lebensmitteln, über Stoff zum nähen, Motorteilen bis hin zum Waschmittel, aber nur, solange der Vorrat reicht.

Wir wollten uns eine große Flasche Wasser für unsere Fahrt von Havanna nach Varadero kaufen, allerdings gab es kein Wasser mehr an diesem Tag und der Besitzer des Ladens erklärte uns, dass er nicht wüsste, wann er wieder Wasser geliefert bekäme. Es gibt auf Kuba nämlich nur eine Firma, die alles produziert von Wasser über Cola bis hin zur Fanta.

Essen ist auf Kuba übrigens sehr lecker, wir konnten uns nicht beschweren, unsere Hüften allerdings schon ;)


Alles in allem war ich begeistert von Kuba und speziell auch von Havanna. Es ist ein ganz anderes Leben, ein ganz anderer Flair und eine ganz andere Zeit, die man einmal besucht haben sollte.

Bis dahin, fröhliches Reisen.

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